Kaum ein Straßenprojekt sorgt in Oberösterreich für so viel Streit wie die A26, die Linzer Westring-Autobahn. Während ab Sommer am Tunnel durch den Freinberg gebaut wird und die neue Donautalbrücke bereits geöffnet ist, wächst die Kritik an den ursprünglichen Verkehrsprognosen.
Kritiker sprechen von einer „Entlastungslüge“
Die Initiative Verkehrswende jetzt! wirft der ASFINAG vor, die Auswirkungen der A26 geschönt zu haben. In der Umweltverträglichkeitserklärung von 2012 wurde für 2030 ein Anstieg des Linzer Innenstadtverkehrs um 32 Prozent mit der A26 berechnet, um 44 Prozent ohne. Für die Initiative ist das keine Entlastung, sondern eine statistische Trickserei: Beide Szenarien zeigen steigenden Verkehr.
Die Aktivisten bemängeln, dass der sogenannte „Nullplanfall“ unrealistische Annahmen enthalte – etwa, dass auf der ohnehin ausgelasteten Nibelungenbrücke noch deutlich mehr Autos Platz finden könnten. Aktuelle Zählungen auf der B127 bei Puchenau zeigen zudem seit 2013 sogar ein Minus von etwa 15 Prozent. Mit der Eröffnung der Donautalbrücke habe der Verkehr dort allerdings wieder zugenommen – ein Beleg, dass neue Straßen zusätzlichen Verkehr erzeugen. Die Initiative fordert deshalb einen Baustopp und eine politische Neubewertung des Projekts.
ASFINAG sieht langfristigen Nutzen
Die ASFINAG weist die Vorwürfe zurück. Sie sagt: Die A26 ist entscheidend, um den regionalen Durchzugsverkehr aus der Linzer Innenstadt zu verlagern und das Mühlviertel besser anzubinden. Der erwartete Verkehrszuwachs spiegelt nicht allein die Autobahn, sondern auch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum wider. Undicht zuletzt sind da laut ASFINAG die wirtschaftlichen Vorteile: Die A26 verkürzt Fahrzeiten, entlastet bestehende Donaubrücken und verbessert die Erreichbarkeit des Ballungsraums Linz – unter dem Strich ein entscheidender Standortfaktor für Industrie und Pendler.
Am Freitag, den 17. April (16 Uhr / Volksgarten) steigt eine Großdemonstration – Titel: „ZUKUNFT statt A26-AUTOBAHNBAU“. Die Forderungen: „Stopp dem Bau der A26-Autobahn“, „Keine Zuzahlung von Linz zur Autobahn“ und „Ja zu einer Volksbefragung!“


