Der „Linzer Sicherheitsgipfel“ von letzter Woche wurde zu dem, was alle erwartet hatten: ein peinliches Um-die-Wette-betroffen-dreinschauen der Stadtpolitik. Zuvor saß man etwa sehr als eine Stunde zusammen sind beschloss… nichts, nachdem es in Linz in den Wochen zuvor mehrere Gewalttaten gegeben hatte.

„Bei einem gemeinsamen Austausch mit Vertreter*innen der Polizei sowie Expert*innen aus Prävention, Sozialbereich und Gesundheit wurde über die aktuelle Sicherheitslage beraten“, hieß es in der nachfolgenden Pressekonferenz.

Der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer sagte: „Bei der Sicherheit der Linzerinnen und Linzer mache ich keine Kompromisse. Dafür braucht es Zusammenarbeit statt parteipolitischer Debatten. Es ist nun an uns, im Nachgang des heutigen Sicherheitsgipfels, einen Prozess zu erarbeiten und gemeinsam mit Exekutive und den Expertinnen und Experten die richtigen Schritte zu setzen. Mein Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern am heutigen Gipfel und auch für die Bereitschaft, ihr umfassendes Wissen bei den nächsten Schritten in Arbeitsgruppen zur Verfügung zu stellen“ – boah, mehr heiße Luft und mehr Geldern geht mit SICHERHEIT in nur drei Sätzen nicht.

Nicht weniger inhaltsleer die Worthülsen von Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ): „Ich bedanke mich bei allen Organisationen für ihre Teilnahme und die hervorragende und professionelle Arbeit. Ziel dieses Sicherheitsgipfels war, ein erweitertes Lagebild zusätzlich zu den objektiven Zahlen der Polizei zu erhalten. Nun gilt es, gemeinsam die richtigen Schritte zu setzen und die Erfahrungen des Stadtpolizeikommandos, von Sozialorganisationen, aus dem medizinischen bzw. psychosozialen Bereich aber auch aus Verwaltung und Infrastruktur-Anbietern einfließen zu lassen.“

Weiter geht’s im Blabla-Reigen mit dem schwarzen Linzer Vizebürgermeister Martin Hajart: „„Ich beurteile den heutigen Austausch als sehr positiv, vor allem deshalb, weil dieser äußerst breit aufgestellt war und neben einer Vielzahl an Expertinnen und Experten auch alle ressortverantwortlichen Mitglieder des Stadtsenates eingeladen waren. Ich bin der Ansicht, dass nur breit aufgestellte Gremien auch nachhaltige und treffsichere Lösungen erarbeiten können.“

Höhe-, oder besser gesagt Tiefpunkt war das Statement der grünen Frauenstadträtin Eva Schobesberger, die das Problem erkannt hat: Es sind Männer, Männer, Männer. „Der heutige Sicherheitsgipfel hat gezeigt, dass die Thematik struktureller Männergewalt weiterhin aktiv und konsequent angegangen werden muss. Er war ein wichtiger erster Schritt, dieses ernste Thema mit der Expertise unterschiedlicher Fachbereiche zu bearbeiten. Daran müssen wir gemeinsam, konsequent und mit aller Kraft weiterarbeiten.“

Der Schlusspunkt kommt von der Linzer KPÖ: Die setzt wie schon in den gefühlten 50 Jahren zuvor auf das Allheilmittel „mehr Präventionsarbeit in Schulen und Stadtteilen, zusätzliche Frauen- und Gewaltschutzeinrichtungen sowie ein Ausbau von Streetwork und mobile Sozialarbeit“. Gähn.

Was unter dem Strich an echten Maßnahmen bleibt: nix. Wie denn auch, wenn man die wahren Sicherheitsprobleme in der Stadt einmal mehr nicht anspricht…

Foto: Stadt Linz