Österreich bleibt in Sachen Inflation weiter ein „Sonderschüler“: Während das krisengebeutelte Deutschland für Mai eine Teuerungsrate von 2,6 Prozent ausweist und diese in der Eurozone bei 3,2 Prozent liegt, weist Österreich laut einer Schnellschätzung der Statistik Austria satte 3,7 Prozent aus.
Die höchsten Inflationsraten in der Eurozone verzeichneten im Mai Bulgarien (6,3 Prozent), Litauen (5,1 Prozent) und Griechenland (5,0 Prozent). Besser als Österreich liegen neben Deutschland (2,6 Prozent), Frankreich (2,8 Prozent), Italien (3,3 Prozent) und Slowenien (3,6 Prozent) auch Tschechien (voraussichtlich 2,5 Prozent) sowie das Nicht-EU-Mitglied Schweiz (voraussichtlich 0,8 Prozent). Beide liegen Schätzungen zufolge deutlich unter dem österreichischen Wert.
Aktuell liegt die Inflation fast doppelt so hoch wie das von Stocker ausgegebene Ziel. Und beim Wirtschaftswachstum sieht es nicht viel besser aus.
Die von Bundeskanzler Christian Stocker ausgerufene „2-1-0-Formel“ sollte eigentlich das politische Erfolgsrezept der Bundesregierung für 2026 sein: zwei Prozent Inflation, ein Prozent Wirtschaftswachstum und null Toleranz gegenüber Gegnern der demokratischen Grundordnung.
Aktuell liegt die Inflation jedoch fast doppelt so hoch wie das von Stocker ausgegebene Ziel. Und beim Wirtschaftswachstum sieht es nicht viel besser aus: Das renommierte Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien rechnet lediglich mit 0,5 Prozent Wachstum. Doch selbst dieser Wert dürfte schwer zu erreichen sein – nicht nur aufgrund der internationalen Krisenlage, sondern auch wegen des aus Sicht vieler Beobachter zögerlichen und wenig entschlossenen Gegensteuerns der Bundesregierung.
In der Kritik stehen dabei insbesondere die „Micky-Maus-Spritpreisbremse“ mit gerade einmal 1,7 Cent Entlastung pro Liter sowie die ab Juli geplante Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Lebensmittel von 10 auf 4,9 Prozent. Schätzungen zufolge spart sich ein durchschnittlicher Haushalt dadurch kaum mehr als einige Euro pro Woche – vorausgesetzt, die betreffenden Produkte werden überhaupt regelmäßig gekauft.


