Die Schweiz denkt beim Thema Atomkraft um: Das Parlament hat den Weg für die Aufhebung des AKW-Neubauverbots freigemacht. Hintergrund sind steigender Strombedarf und die Frage der langfristigen Versorgungssicherheit. Gleichzeitig haben die Grünen bereits ein Referendum angekündigt. Derzeit sind in der Schweiz noch vier Reaktoren in Betrieb. Die spannende Frage ist: Sollte auch Österreich die Debatte neu führen?
Während Elektromobilität, KI, Rechenzentren und die Elektrifizierung von Industrie und Heizung den Stromverbrauch in den kommenden Jahren deutlich erhöhen werden, wird Atomkraft bei uns oft kategorisch ausgeschlossen. Dabei geht es nicht um Ideologie, sondern um Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz.
Braucht Österreich angesichts des steigenden Energiebedarfs wirklich alle technologischen Optionen am Tisch – oder bleibt das Atomkraft-Tabu unangetastet?
Atomfrei seit 1978
Das Kernkraftwerk Zwentendorf in Niederösterreich ist bis heute das Symbol für Österreichs Nein zur Atomkraft. Obwohl die Anlage fertig gebaut war, sprach sich die Bevölkerung bei einer Volksabstimmung am 5. November 1978 mit einer knappen Mehrheit von 50,5 Prozent gegen die Inbetriebnahme aus. Seither verfolgt Österreich einen konsequent atomkritischen Kurs und setzt verstärkt auf erneuerbare Energien. Zwentendorf ging nie ans Netz und gilt bis heute als einzigartiges Beispiel eines fertiggestellten, aber nie betriebenen Kernkraftwerks – und vor allem als Mahnmal, wie direkte Demokratie NICHT geht: Richtiger wäre gewesen, erst abstimmen zu lassen und DANN zu bauen (oder eben nicht).


