Linz zieht eine positive Bilanz über das Arbeitsjahr 2025/26. Doch hinter den offiziellen Erfolgsmeldungen verbirgt sich eine unbequeme Realität: Während die Schulden der Stadt immer weiter steigen, fehlt der Politik jeder erkennbare Wille zum Sparen. Statt konsequent Prioritäten zu setzen, wird munter weiter Geld u.a. in fragwürdigen Förderungen – ausgegeben – mit gravierenden Folgen für künftige Generationen.
Zwar verweist Bürgermeister Dietmar Prammer auf zahlreiche beschlossene Projekte und eine „gemeinsame Verantwortung für die Stadt“. Tatsächlich wird die finanzielle Handlungsfähigkeit von Linz jedoch Jahr für Jahr kleiner. Immer höhere Schulden und steigende Zinslasten engen den Spielraum für echte Zukunftsinvestitionen massiv ein.
Besonders deutlich zeigt sich das am seit Jahren diskutierten Urfahraner Jahrmarktgelände. Die Umgestaltung der riesigen Asphaltfläche mit Entsiegelung, Grünflächen und einer attraktiven Donauzone wird von der Stadtpolitik seit Jahren angekündigt. Passiert ist bisher praktisch nichts. Angesichts der angespannten Finanzlage droht das Millionenprojekt endgültig in weite Ferne zu rücken. Ausgerechnet jene Vorhaben, die Linz langfristig lebenswerter und klimafitter machen würden, werden durch die ausufernde Verschuldung zunehmend unfinanzierbar.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zwar verweist die Stadt darauf, dass die langfristigen Kapitalmarktschulden im Rechnungsabschluss 2025 um rund 7,3 Millionen Euro reduziert werden konnten. Gleichzeitig weist die operative Gebarung aber weiterhin einen Abgang von rund 33 Millionen Euro aus. Hauptursachen sind steigende Ausgaben, hohe Transferzahlungen und stagnierende Einnahmen. Die finanzielle Lage bleibt damit angespannt – auch wenn die Stadt ihre Situation selbst positiv darstellt.
Von einem ernsthaften Sparkurs ist hingegen nichts zu erkennen. Weder werden Strukturen konsequent hinterfragt noch Prestigeprojekte oder freiwillige Ausgaben spürbar reduziert. Stattdessen feiert sich der Gemeinderat für Digitalisierungsschritte wie die Einführung einer KI-Software zur automatischen Protokollerstellung oder verweist auf die hohe Zahl beschlossener Anträge. Die entscheidende Frage bleibt jedoch unbeantwortet: Wann werden die ständig steigenden Ausgaben eingedämmt? Auch 2027 wird es zu keiner Sanierung des Budgets kommen, weil ein Wahljahr ansteht.
Die eigentliche Bilanz des vergangenen Gemeinderatsjahres fällt daher ernüchternd aus: Viele Beschlüsse, aber keine nachhaltige Strategie zur Sanierung der Stadtfinanzen – und das wird auch so bleiben.


