32 Erkrankte, drei Tote – und jetzt führt erstmals eine konkrete mikrobiologische Spur zu einer Anlage der LINZ AG. MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner fordert angesichts des Legionellen-Ausbruchs im Großraum Linz eine schonungslose Aufklärung. Für ihn geht es längst nicht mehr nur um die Frage, woher die gefährlichen Bakterien kamen: Sollte es bei Wartung, Kontrolle oder Betrieb Versäumnisse gegeben haben, könnten Schadenersatzforderungen und strafrechtliche Konsequenzen folgen.

Die jüngsten Untersuchungsergebnisse verleihen der Debatte zusätzliche Brisanz: In einem Kühlturm der LINZ STROM GAS WÄRME GmbH in der Wiener Straße wurde ein Legionellenisolat gefunden, das mit jenem eines erkrankten Patienten übereinstimmt. Die Behörden sprechen zudem von räumlichen, zeitlichen und meteorologischen Hinweisen auf einen Zusammenhang. Ob die Anlage für weitere oder sämtliche Erkrankungen verantwortlich war, ist allerdings weiterhin nicht abschließend geklärt.

MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner sieht die bisherige „Abarbeitung“ dieses Vorfalls kritisch: „Wurde alles getan, um eine derartige Katastrophe zu verhindern? Wenn sich herausstellt, dass vorgeschriebene Wartungen, Kontrollen oder Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend durchgeführt wurden, dann reden wir hier nicht über irgendeine technische Panne. Wir reden über 32 erkrankte Menschen und drei Todesfälle“, so Aigner.

Aigner: „Verantwortung darf nicht verwässert werden“

Der MFG-Chef warnt vor erheblichen rechtlichen Folgen. Sollten schuldhafte Versäumnisse nachgewiesen werden und diese kausal für Erkrankungen oder Todesfälle gewesen sein, könnten neben Schadenersatzforderungen auch strafrechtliche Ermittlungen und Verfahren gegen Verantwortliche folgen.

Internationale Legionellen-Fälle zeigen laut Aigner zudem, welche Dimension derartige Ausbrüche für Betreiber erreichen können. Neben Entschädigungen und Prozesskosten gehe es um mögliche strafrechtliche Konsequenzen – und um einen Imageschaden, der sich kaum beziffern lasse.

„Jetzt muss jeder Stein umgedreht werden. Wer wusste wann von welchen Belastungen? Wie oft wurde die Anlage kontrolliert? Welche Messwerte lagen vor? Gab es Auffälligkeiten? Und wurden sämtliche vorgeschriebenen Maßnahmen tatsächlich lückenlos eingehalten?“

Die LINZ AG weist den Verdacht von Versäumnissen zurück. Das Unternehmen erklärt, die Anlage entspreche dem neuesten Stand der Technik und sämtliche vorgeschriebenen Überprüfungen seien ordnungsgemäß erfolgt. Nach Bekanntwerden des Legionellenbefunds wurde die Anlage gereinigt und desinfiziert sowie auf Trockenbetrieb umgestellt.

So einfach geht Aufarbeitung nicht, mahnt Aigner: „Drei Menschen sind tot. Da darf es keine politischen Rücksichtnahmen und keine vorschnellen Persilscheine geben. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, was passiert ist – und ob dieses Drama vermeidbar gewesen wäre. Wenn Fehler passiert sind, müssen diese benannt werden. Und wenn jemand dafür Verantwortung trägt, muss er sie auch übernehmen“, so Aigner.

Foto: LINZ AG