Eigentlich müsste man ja über die „Corona-Regeln“ ab 2020 ja lachen, wenn das Ganze nicht so absurd und traurig gewesen wäre. Bei den Landhaus-Sitzungen im OÖ Landtag etwa wurden Plexiglas-Trennwände montiert, Parkbänke mit Baustellenbändern abgesperrt und skurrile Wirtshaus-Regeln erstellt. Wir haben die fragwürdigsten Vorschriften nochmals zusammengefasst.

Geschlossene Ausflugsziele
Bei Ausflugszielen wie im Hausruck wurden Aussichtswarten verbarrikadiert, damit niemand auf die Idee kommt, mutterseelenallein dorthin zu wandern, die Aussicht zu genießen und irgendjemanden mitten in der Natur (Reh? Hasi? Bienen?) anzustecken.

Schließung der Bundesgärten
Im März 2020 wurden die vom Bund betreuten Wiener Parkanlagen wie den Burggarten oder Augarten geschlossen – „aus Sicherheitsgründen“. Wien tobte: Menschen drängten sich stattdessen in die wenigen offenen Parks. Dass Spazierengehen im Freien kein besonderes Risiko war, wollten die Behörden nicht wahrhaben.

Strafen fürs Sitzen auf dem Bankerl
Im ersten Lockdown bekamen Menschen Strafen, weil sie mit haushaltsfremden Personen auf einer Parkbank saßen – teils mehrere Hundert Euro. Ein Gericht stellte später klar: Verweilen im Freien war gar nicht verboten, die Strafen also unbegründet.

„Schachbrett-Abos“ beim LASK
Der LASK startete seinen Dauerkartenverkauf im Sommer 2020 mit einer skurrilen Idee. Aufgrund der Corona-Verordnungen stand nur eine limitierte Anzahl von Abos zur Verfügung, daher wurden Sitzplätze „coronagerecht“ nur im Schachbrettmuster vergeben. Den Sitznachbar nach einem Tor feste drücken war nicht drin…

Schachbrettmuster im Fanblock: So wollte der LASK den Corona-Regeln Genüge tun. (Screenshot: lask.at)

Geschlossene Geschäfte
Es durften nur Geschäfte offen halten, die den täglichen Bedarf der Bevölkerung abdecken: Drogerien, Supermärkte… und Waffengeschäfte – diese galten als „systemrelevant“.

Pissoir-Sperren
In öffentlichen WCs wurde jedes zweite Pissoir mit Bändern abgesperrt, um mehr Abstand bei der Erleichterung zu gewährleisten.

Bankerlsperre bei Bushaltestellen
Auch die Sitzgelenegeiten bei Straßenbahn- und Bushaltestellen wurden mit Baustellenbändern und Zäunen unbenutzbar gemacht, obwohl diese mitten im Freien standen.

Verbotene Familienfeiern
Besuche wurden zur Rechenaufgabe: Zu Weihnachten 2021 durften sich zehn Personen aus beliebigen Haushalten treffen, zu Ostern zuvor nur vier Erwachsene plus sechs Kinder – aber nicht im Osten, wo „Osterruhe“ galt. Kaum jemand blickte noch durch.

„Corona-Kanzler“ Schallenberg erlangte damals einen ganz speziellen Ruf, der am Ende auch zum Aus seiner Polit-Karriere führte,

Irre Gasthaus-Regeln
Im Sommer 2021 durften im Gastgarten 16 Erwachsene an zwei Tischen sitzen – indoor dagegen nur acht pro Tisch. Einfache Familien- oder Firmenfeiern verwandelten sich in mathematische Herausforderungen. Beim Betreten von Lokalen galt Maskenpflicht – am Tisch durfte sie sofort abgenommen werden, bis man wieder aufstand – etwa für den gang aufs WC. Der Effekt dieser Sekunden-Regelung blieb zweifelhaft.

Maskenpflicht am Donaukanal
Wien führte eine FFP2-Pflicht an „belebten Plätzen“ ein – ob gerade belebt oder leer, spielte keine Rolle. So sah man einsame Radfahrer mit Maske am Donaukanal. Kurz darauf wurde die Regel wieder aufgehoben.

Spazierverbot, aber Hundausführen erlaubt
Während man im ersten Lockdown offiziell nicht einfach spazieren gehen sollte, durfte man mit dem Hund raus – weil das als „triftiger Grund“ galt.

Auch die jetzige Salzburger Landeshauptfrau Edtstadler glänzte mit Spaltung.

Nur eine Person pro Bank
Man durfte auf Parkbänken sitzen, aber nicht gemeinsam mit anderen – selbst bei Abstand.

Wanderverbot zwischen Gemeinden
In manchen Regionen war das Überqueren der Gemeindegrenze beim Wandern verboten – selbst mitten durch die Natur.

FFP2-Maskenpflicht im Freien – aber nur mancherorts
Maskenpflicht galt teils auf einzelnen Straßen oder Plätzen, daneben aber nicht. Das sorgte für viel Verwirrung, die wohl auch gewünscht war.

Verordnungs-Chaos im 3-Tages-Takt
Kaum galten Regeln, wurden sie geändert oder zurückgenommen – oft widersprüchlich. Anwälte sprachen von einem „bürokratischen Labyrinth“.

Plexiglas-„Käfige“ im oö. Landtag: MFG-LAbg. Joachim Aigner mit Justine Tiefnig. (Foto: Privat)