Gegen die Fernsehtürme in München oder Berlin wirkt er auf den ersten Blick fast bescheiden – doch im oberösterreichischen Zentralraum ist er bis heute ein echter Gigant: der Fernsehturm in Ansfelden bei Linz. Mit seinen 93 Metern ragt er weithin sichtbar über die Umgebung hinaus und dient für viele Autofahrer seit Jahrzehnten als markanter Orientierungspunkt auf dem Weg in die Landeshauptstadt. Österreichweit gibt es überhaupt nur vier Stahlbetontürme dieser Bauart.

Errichtet wurde die Richtfunkstation Ansfelden im Jahr 1978 – damals ein spektakuläres Prestigeprojekt. Selbst das kurz zuvor eröffnete Lentia-Hochhaus übertraf der Turm noch um stolze zwölf Meter. Gemeinsam mit dem Neuen Dom zählte er damit zu den höchsten Bauwerken der Region. Erst später wurde er vom Terminal Tower beim Linzer Hauptbahnhof sowie vom Bruckner Tower knapp überholt.

Technisch spielte der Standort ohnehin immer in einer eigenen Liga: Über den Turm lief die wichtige Ost-West-Richtfunkverbindung von Wien über Salzburg und Innsbruck bis nach Bregenz – ein zentrales Netz für Telefonie, Fernsehen und Rundfunk. Heute betreibt die Telekom Austria dort einen Richtfunkknoten sowie Sendeanlagen für das A1-Mobilfunknetz.