Die Tourismuswirtschaft jubelt: Mit 74,23 Millionen Nächtigungen verzeichnete Österreich in der Wintersaison 2025/26 einen neuen Höchstwert. Auch Oberösterreich konnte zulegen. Laut den aktuellen Zahlen der Statistik Austria stiegen die Nächtigungen im Vergleich zur Vorsaison um 3,2 Prozent auf 3,3 Millionen. Doch hinter den erfreulichen Gesamtzahlen verbirgt sich eine Entwicklung, die durchaus nachdenklich stimmt: Die Zuwächse kommen zunehmend aus dem Ausland, während heimische Gäste vielerorts die Brettln abschnalle.
In Oberösterreich stiegen die Nächtigungen aus dem Ausland um beachtliche 7,4 Prozent auf 1,31 Millionen. Die Zahl der Nächtigungen heimischer Gäste legte hingegen nur um magere 0,5 Prozent auf 1,97 Millionen zu. Damit wächst die Bedeutung internationaler Gäste deutlich schneller als jene der eigenen Bevölkerung.
Diese Entwicklung ist kein oberösterreichisches Phänomen, sondern zeigt sich in ganz Österreich. Während die Nächtigungen aus dem Ausland in der Wintersaison österreichweit um 3,1 Prozent zulegten, betrug das Plus bei den Inlandsnächtigungen lediglich 0,8 Prozent. Die Schere geht immer weiter auseinander.
Eine mögliche Erklärung liegt auf der Hand: Winterurlaub, insbesondere Skifahren, wird für viele heimische Familien zunehmend unleistbar. Liftkarten, Ausrüstung, Unterkunft und Gastronomie haben sich in den vergangenen Jahren massiv verteuert. Tageskarten jenseits der 70-Euro-Marke sind in vielen Skigebieten längst Realität. Wer mit mehreren Kindern einen Skiurlaub plant, muss mittlerweile tief in die Tasche greifen.
Während Gäste aus aus dem Ausland dank höherer Einkommen (und niedigierer Inflation) weiterhin in die österreichischen Wintersportregionen reisen, überlegen sich viele Oberösterreicher zweimal, ob sie sich ein Wochenende auf der Piste noch leisten können. Der klassische Familien-Skiurlaub droht zunehmend zum Luxusprodukt zu werden.
Gerade Oberösterreich mit seinen Skigebieten im Salzkammergut, im Mühlviertel oder im Pyhrn-Priel-Gebiet lebte traditionell auch von Tages- und Kurzurlaubern aus dem eigenen Bundesland. Wenn diese Zielgruppe aufgrund steigender Kosten wegbricht, verliert der Wintertourismus einen wichtigen Teil seiner gesellschaftlichen Verankerung.
Warnsignal trotz Rekordzahlen
Auf immer weniger Verständnis stößt auch die jährlich Steigerung der Skipasspreise, die ein ums andere Mal weit über der Inflationsrate liegt. In Top-Skigebieten legt man für das Tagesticket teils bereits über 80 Euro aus, auch in Oberösterreich geht’s dank dem neuen „dynamischen“ Preissystem (zB. in Hinterstoder) bereits in Richtung 70 Euro. Bleibt die Frage: Wer soll, will und kann das noch bezahlen?
Foto: Oberösterreich Tourismus GmbH/Salih Alagic


