Die Landtagswahl 2027 wirft ihre Schatten voraus. Doch wer sich das politische Angebot nüchtern ansieht, stellt sich unweigerlich die Frage: Wo ist eigentlich die Alternative?

Seit Jahren marschieren ÖVP und FPÖ in Oberösterreich weitgehend im Gleichschritt. Die einen geben den Takt vor, die anderen marschieren mit. Große Unterschiede? Kaum erkennbar. Am Ende geht es vor allem um den Erhalt der Macht – nicht um einen neuen politischen Kurs. Wer glaubt, mit einem möglichen FPÖ-Wahlsieg werde plötzlich alles anders, sollte seine Erwartungen dämpfen. Regieren bedeutet Verantwortung übernehmen. Bisher war davon wenig zu sehen.

Auch die SPÖ bleibt den Beweis schuldig, dass sie wieder eine ernsthafte Regierungsalternative sein kann. Mit Martin Winkler steht zwar ein neuer Parteichef an der Spitze, doch der erhoffte Aufbruch bleibt bislang aus. Die Umfragen verharren nur knapp über dem historischen Tiefpunkt von 2021. Von einer Aufholjagd kann keine Rede sein.

Nicht besser sieht es bei den Grünen aus. Landesrat Stefan Kaineder verwaltet sein Ressort, große politische Akzente sucht man vergeblich. Der Traum von der Bundespolitik platzte, in Oberösterreich bleibt stattdessen vor allem eine kostspielige Imagepolitik in Erinnerung. Fast eine halbe Million Euro für Eigenwerbung – in Zeiten knapper Kassen ein fragwürdiges Signal.

Die NEOS wiederum sind im Land praktisch kaum wahrnehmbar. Landesparteichef Felix Eypeltauer ist medial selten präsent, ein flächendeckender Parteiaufbau ist auch nach Jahren nicht gelungen. Ohne starke Strukturen vor Ort bleibt der Anspruch, Oberösterreich mitgestalten zu wollen, wenig glaubwürdig.

Und dann ist da noch die MFG. Klein, unbequem und von vielen politischen Mitbewerbern wie auch Teilen der Medien gerne ignoriert. Dennoch fällt auf: Joachim Aigner, Manuel Krautgartner und Dagmar Häusler gehören zu den aktivsten Oppositionspolitikern im Landtag. Mit einer Vielzahl an Anträgen, Anfragen und Debatten setzen sie Themen, die andere lieber meiden. Nicht jede Position der MFG wird jeder teilen – doch wer das politische System verändern will, braucht zwangsläufig Kräfte, die außerhalb des etablierten Machtgefüges stehen.

Die Landtagswahl 2027 könnte deshalb mehr sein als ein bloßer Wechsel von Gesichtern. Sie ist eine Richtungsentscheidung: Weiter wie bisher mit den bekannten Machtblöcken – oder die Bereitschaft, kleineren Parteien mehr Gewicht zu geben und damit neue Impulse zu ermöglichen.

Denn eines scheint heute bereits klar: Wer immer wieder dieselben Parteien wählt, sollte sich nicht wundern, wenn am Ende auch wieder dieselbe Politik herauskommt.