Während das „Sportland“ Oberösterreich Millionen in den Profifußball investiert und das traditionsreiche Gugl-Leichtathletik-Meeting sang- und klanglos sterben ließ, zeigte der World Jump Day am Sonntag eindrucksvoll, welches Potenzial die Leichtathletik in Linz nach wie vor besitzt. Vor einer vollen Tribüne am Landessportfeld erlebten die Zuschauer Sprungsport auf absolutem Weltklasseniveau – ein deutlicher Beweis dafür, dass diese Sportart deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Bei idealen Wetter- und Windbedingungen entwickelte sich der World Jump Day zu einem echten Leichtathletik-Fest. Das abwechslungsreiche Programm begann mit den oberösterreichischen Nachwuchsmeisterschaften der U12 und U14, bei denen 44 Talente ihr Können zeigten. Es folgten Fallschirmspringer, Masters-Bewerbe und Jedermann-Dreisprung, ehe am Abend die internationalen World-Athletics-Challenger-Bewerbe den Höhepunkt bildeten.

Bei den Frauen setzte sich die Belgierin Ilona Masson mit starken 14,37 Metern durch. Die Deutsche Ruth Hildebrand sprang mit 13,95 Metern persönliche Bestleistung und erfüllte die EM-Norm. Viktoria Straczek-Helios sorgte mit 13,28 Metern für einen neuen Wiener Rekord.

Für Begeisterung sorgte vor allem der Männerbewerb. Der Algerier Yasser Mohammed Triki begeisterte mit drei Sprüngen über 17 Meter und setzte mit 17,58 Metern im allerletzten Versuch den spektakulären Schlusspunkt der Veranstaltung. Das Publikum feierte den Weltranglistenvierten minutenlang. Lokalmatador Endi Kingley überzeugte mit Saisonbestleistung von 16,46 Metern und Rang zwei vor dem japanischen Meister Manato Miyao (16,30 m). Platz vier ging an Junioren-Weltmeister Gabriel Wallmark aus Schweden.

Der World Jump Day hat eindrucksvoll bewiesen, dass Leichtathletik in Oberösterreich begeistern kann – wenn man sie lässt. Umso unverständlicher bleibt, warum das Land das einst international renommierte Gugl-Meeting ohne ernsthafte Rettungsversuche auslaufen ließ, während gleichzeitig Millionen in den Profifußball fließen. Der Erfolg dieser Veranstaltung sollte den Verantwortlichen zu denken geben: Nicht der Zuspruch für die Leichtathletik fehlt, sondern der politische Wille, sie entsprechend zu fördern.

Apropos Gugl: OÖs größte Leichtathletik-Arena wurde vor einigen Jahren bekanntlich dem LASK „geschenkt“, während das Land OÖ um teures Geld eine Ersatzarena am Freinberg errichtete, die aber in keiner Weise mit dem alten Stadion mithalten kann. „Eine Placebo-Arena – wie so vieles in OÖ eine halbherzige Lösung von Sportlandesrat Achleitner“, kritisiert MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner.

Foto: TGW Zehnkampf-Union@ Wolf Amri