Der Rechnungshofbericht zum Linzer Donauparkstadion offenbart ein erschreckendes Bild aus Fehlentscheidungen, mangelhafter Kontrolle und millionenschweren Fehlzahlungen. Immer stärker rückt dabei auch die politische Verantwortung des ehemaligen Linzer SPÖ-Bürgermeisters Klaus Luger in den Fokus. Denn das Stadion war eines seiner Prestigeprojekte – und entwickelte sich offenbar zu einem Lehrbeispiel dafür, wie öffentliche Großprojekte nicht abgewickelt werden sollten.

Der Rechnungshof spart in seinem Bericht zum Donauparkstadion nicht mit Kritik – und das aus gutem Grund. Was die Prüfer im Kontrollausschuss präsentierten, liest sich wie eine Chronologie des politischen und organisatorischen Versagens. Fehlende Kontrolle, fragwürdige Zahlungsfreigaben und massive Mängel bei der Projektabwicklung werfen ein verheerendes Licht auf eines der größten Linzer Bauprojekte der vergangenen Jahre.

Besonders brisant: Laut Rechnungshof wurde dem Totalunternehmer beinahe eine Million Euro zu viel bezahlt. Rund 483.000 Euro sollen durch eine doppelte Vergütung bei der Preisanpassung für Baustahl entstanden sein, weitere 498.000 Euro wegen Abweichungen von den vereinbarten Preisgleitungsregeln. Geld, das letztlich die Steuerzahler tragen müssen.

Hier liegt weit mehr als ein bloßer Rechenfehler vor, sondern ein eklatantes Systemversagen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass beim Stadionbau kaum jemand ernsthaft hinsah – oder hinsehen wollte. Im Zentrum der Kritik steht der Geschäftsführer der städtischen Immobiliengesellschaft ILG, der gleichzeitig auch die eigens gegründete Donauparkstadiongesellschaft leitete. Genau diese Konstruktion wirft nun massive Fragen auf: Wie konnte es passieren, dass beinahe eine Million Euro an Überzahlungen nicht auffiel? Warum griffen interne Kontrollmechanismen offenbar nicht? Und wer übernahm letztlich die politische Verantwortung?

Damit landet die Debatte zwangsläufig auch bei Ex-Bürgermeister Klaus Luger. Der SPÖ-Politiker hatte das Stadionprojekt stets offensiv vorangetrieben und sich als „glühender Blau-Weiß Linz-Fan“ geoutet. Doch je deutlicher die Mängel jetzt sichtbar werden, desto lauter wird die Kritik an der politischen Führung jener Jahre. Denn Großprojekte dieser Größenordnung entstehen nicht im luftleeren Raum – sie sind Ergebnis politischer Entscheidungen, personeller Besetzungen und einer Verwaltungskultur, die offensichtlich zu wenig Kontrolle zugelassen hat.

Besonders heikel ist dabei, dass die Warnsignale offenbar lange ignoriert wurden. Statt Transparenz und strenger Kostenkontrolle dominierte offenbar das Prinzip „Das wird schon passen“. Die eigentliche Frage lautet längst, ob die politische Verantwortung in Linz jemals ernsthaft aufgearbeitet wird. Denn der Rechnungshofbericht zeigt nicht nur Fehler einzelner Personen auf – er offenbart ein strukturelles Problem im Umgang mit öffentlichen Millionenprojekten.