Die Anton Bruckner International School im Bruckner Tower in Linz dürfte doch ohne eine große Auslagerung in Containerklassen am Stadtrand auskommen. Stattdessen zeichnet sich nun ein Übergangsquartier in unmittelbarer Nähe des Bruckner Towers ab. Für viele Eltern ist das eine Erleichterung – gleichzeitig wächst die Kritik an Land und Schule. Denn die Frage bleibt: Warum wurde diese deutlich bessere Lösung nicht schon vor Monaten gesucht?

Die angekündigte Containerlösung für die Anton Bruckner International School (ABIS) in Linz sorgt seit Wochen für Diskussionen – nun dürfte sie in letzter Minute deutlich entschärft werden. Statt eines ausgelagerten Containerstandorts am Aubrunnerweg könnte die internationale Privatschule schon bald ein Übergangsquartier in unmittelbarer Nähe des Bruckner Towers erhalten.

Die ehemalige RING Brotfabrik wurde revitalisiert und soll nun als zusätzlicher Standort der Anton Bruckner International School dienen. Pikant: Dass das Gebäude, nur 130 Meter vom aktuellen Schulstandort entfernt, verfügbar wäre, war eigentlich seit Monaten bekannt, dennoch plante man mit Containerklassen am Stadtrand.

Die ABIS kämpft seit Jahren mit Platzproblemen. Erst 2021 war die Schule in den Bruckner Tower übersiedelt, doch schon kurz danach wurde klar, dass der Standort für das rasante Wachstum zu klein dimensioniert ist. Die Nachfrage nach internationalen Schulplätzen steigt massiv, die Schule soll künftig durchgängig zweiklassig geführt werden und von derzeit rund 330 auf bis zu 600 Schüler wachsen.

Grundsätzlich war bereit der Einzug der ABIS in den Bruckner Tower 2021 ein Fehler, weil es dort an jeglichen Möglichkeiten des Wachstums fehlte. Der Einzug erfolgte nur, weil der damalige Bürgermeister Klaus Luger händeringend einen Leiter mit „öffentlichem Interesse“ für den Sockelbereich des 99 Meter-Hochhauses benötigte.

Trotzdem präsentierte der Vorstand erst vor wenigen Wochen eine Übergangslösung, die viele Eltern regelrecht schockierte: 14 Containerklassen für 350 Schüler – mehrere Kilometer vom Hauptstandort entfernt in Linz-Auhof. Vier Jahre lang hätte die gesamte Sekundarstufe ausgelagert werden sollen. Viele Eltern reagierten empört. Einige kündigten sogar an, die Schule zu verlassen. Kritik gab es nicht nur an der räumlichen Trennung, sondern auch daran, dass Kinder trotz hoher Schulgebühren jahrelang in einem Provisorium, einem Container unterrichtet werden sollten.

Nun zeichnet sich doch noch eine deutlich bessere Variante ab. Nach einer gemeinsamen Begehung von Magistrat und Liegenschaftsabteilung des Landes wurde ein möglicher Ersatzstandort in der Gerstnerstraße geprüft – nur 130 Meter von der Schule entfernt. Bildungsreferentin Christine Haberlander spricht bereits von einer „optimalen Lösung in unmittelbarer Nähe zum Bruckner Tower“. Warum Haberlander nicht früher auf diesen Standort gekommen ist, bleibt ein Rätsel.

Dass diese Möglichkeit erst jetzt auftaucht, sorgt allerdings für Unverständnis. Eltern stellen die berechtigte Frage, warum ein näherer Standort nicht schon viel früher ernsthaft geprüft wurde – bevor man eine umstrittene Millionenlösung mit weit entfernten Containern präsentierte. Schließlich ist die Platznot nicht überraschend entstanden. Der Ausbau der Schule wurde bereits 2023 beschlossen, die steigenden Schülerzahlen waren seit Jahren absehbar.

Dabei ist die ABIS längst ein Prestigeprojekt des Landes. Vertreter von Wirtschaft und Industrie sehen die Schule als wichtigen Standortfaktor für internationale Fachkräfte. Noch fehlt die endgültige Genehmigung durch den Linzer Magistrat. Doch schon jetzt zeigt der Fall, wie wichtig rechtzeitige Planung bei Bildungsprojekten wäre – gerade dann, wenn Wachstum politisch ausdrücklich gewünscht ist.