Mit jeder neuen Zahl wächst das Staunen – und die Kritik. Die jüngsten Berechnungen zum geplanten Google-Rechenzentrum in Kronstorf zeigen, welche Dimensionen das Projekt tatsächlich erreichen könnte: Bereits die erste Ausbaustufe soll laut Netz Oberösterreich jährlich bis zu 1,31 Terawattstunden Strom verbrauchen – so viel wie 375.000 Haushalte. Sollte auch die zweite Ausbaustufe realisiert werden, kämen weitere 4,4 Terawattstunden hinzu. Insgesamt würde das Rechenzentrum damit den Strombedarf Oberösterreichs um fast ein Drittel erhöhen.
Spätestens jetzt stellt sich die Frage, wie die schwarz-blaue Landespolitik dieses völlig ausufernde Projekt jemals als Erfolg verkaufen konnte. Während die Bevölkerung zum Energiesparen aufgerufen wird und über Windräder, Photovoltaik und Klimaschutz diskutiert wird, winkt Oberösterreich gleichzeitig eine Serverfarm durch, deren Stromhunger sämtliche Dimensionen sprengt.
Besonders Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner gerät damit immer stärker unter Druck. Er hat das Milliardenprojekt von Beginn an als Leuchtturm für den Wirtschaftsstandort präsentiert. Heute dominieren Diskussionen über gigantischen Energieverbrauch, Bodenversiegelung, Kühlwasserbedarf und das Fehlen einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Von einem Prestigeprojekt ist das Google-Rechenzentrum längst zu einem politischen Problemfall geworden – so wie Achleitner selbst auch.
Rendering: Google


