Mit dem geplanten 24-Stunden-Betrieb eines Notarzthubschraubers am Standort Suben will das Land Oberösterreich die medizinische Versorgung in den Nachtstunden verbessern. Noch bevor der Landtag die mehrjährige Finanzierung beschließt, fordert die Oppositionspartei MFG jedoch mehr Transparenz. Die Partei begrüßt den Ausbau der Flugrettung grundsätzlich, kritisiert aber, dass wesentliche Fragen zum tatsächlichen Leistungsumfang und zu den Grenzen des Systems bislang unbeantwortet seien. Gerade bei schwierigen Berg- und Spezialeinsätzen müsse klar sein, welche Hilfe künftig tatsächlich verfügbar ist und wo Oberösterreich weiterhin auf Hubschrauber aus anderen Bundesländern angewiesen bleibt.

„Wenn das Land eine langfristige finanzielle Verpflichtung eingeht, muss klar sein, welche Einsätze künftig tatsächlich abgedeckt werden – und welche nicht“, fordert Landtagsabgeordnete Dagmar Häusler. Ein Nachtflugbetrieb bedeute noch lange kein vollwertiges Nachtbergungskonzept. Vor allem bei Einsätzen im alpinen Gelände, in Wäldern oder schwer zugänglichen Regionen sei offen, welche Möglichkeiten der Standort Suben tatsächlich bietet und wann weiterhin Spezialhubschrauber aus anderen Bundesländern benötigt werden.

„Wir sagen nicht, dass der Standort Suben falsch ist. Wir sagen auch nicht, dass jeder Rettungshubschrauber eine Rettungswinde haben muss. Aber der Landtag sollte vor einer mehrjährigen Finanzierungszusage wissen, welches Versorgungskonzept dahintersteht und welche Grenzen dieses Modell hat.“

Als Beispiel verweist MFG auf den schweren Alpinunfall einer 18-jährigen Frau in Bad Goisern im November 2024. Damals musste unter schwierigen Wetter- und Geländebedingungen ein spezialisierter Notarzthubschrauber aus Kärnten angefordert werden. Für MFG zeigt dieser Fall die Schwachstelle des Systems: Sind Spezialressourcen südlich der Alpen stationiert, könnten sie bei ungünstigen Wetterlagen Oberösterreich nicht immer rechtzeitig erreichen.

MFG fordert daher vor dem Millionenbeschluss eine vollständige Offenlegung des Versorgungskonzepts. Welche Einsatzszenarien sollen künftig abgedeckt werden? Wo liegen die Grenzen des Systems? Welche Alternativen wurden geprüft? Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, fehle dem Landtag eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Gerade bei Investitionen in dieser Größenordnung müsse nachvollziehbar sein, welche Leistungen die Bevölkerung tatsächlich erwarten könne.