NEOS OÖ präsentierten gestern ihre Listenerstellung für die Landtagswahl 2027 als besonders transparent und basisdemokratisch. Tatsächlich entscheidet die öffentlich beworbene Vorwahl jedoch nicht über die endgültige Reihung der Kandidaten – das letzte Wort liegt beim Landesvorstand und damit bei der Parteiführung. Also nix mit „offen“ und „transparent“…
Zunächst können sich Interessierte bis 20. August bewerben. Anschließend stellen sich die Kandidaten auf einer Online-Plattform einer öffentlichen Abstimmung. Dieses Votum hat allerdings lediglich empfehlenden Charakter: Auf dessen Grundlage erstellen Landes- und Bundesvorstand erst den offiziellen Listenvorschlag. Damit entscheidet letztlich die Parteispitze darüber, wer auf welchen Listenplatz kommt – unabhängig davon, wie die öffentliche Vorwahl ausgegangen ist.
Erst dieser vom Vorstand erstellte Vorschlag wird anschließend der Landesmitgliederversammlung am 26. September zur Abstimmung vorgelegt. Die groß angekündigte öffentliche Vorwahl hat somit kein unmittelbares Gewicht für die tatsächliche Listenreihung, sondern dient in erster Linie als Stimmungsbild.
Landessprecher Felix Eypeltauer, der selbst als Spitzenkandidat antreten möchte, bezeichnet das Verfahren als offener und transparenter als bei anderen Parteien. In der Realität hat die öffentliche Abstimmung aber vor allem symbolischen Charakter, weil der Landesvorstand die entscheidende Weichenstellung für die Kandidatenliste vornimmt. Dabei warb NEOS stets dafür, dass man auch ohne Parteibuch und Mitgliedschaft alle Möglichkeiten habe, aufzusteigen…



