MFG-Chef Aigner kritisiert Bund und Land: „Einmal mehr versagt die Regierung auf allen Längen“
Vertrocknete Felder, massive Ernteausfälle und Futtermangel: Österreichs Landwirtschaft kämpft mit den Folgen einer außergewöhnlichen Dürre. Der Schaden wird mittlerweile auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Besonders betroffen ist Oberösterreich. Während auf vielen Höfen die wirtschaftliche Lage immer prekärer wird, ist ein umfassendes Hilfspaket des Bundes noch immer Gegenstand politischer Verhandlungen. MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner spricht von einem neuerlichen Regierungsversagen und nimmt auch die schwarz-blaue Landesregierung in die Pflicht.
Die Dimension der heurigen Dürre ist enorm. Nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung beläuft sich der Schaden in der heimischen Landwirtschaft bereits auf rund eine Milliarde Euro. Nur ein Teil davon ist durch Versicherungen gedeckt.
Rund 80 Prozent der Ackerflächen, aber lediglich etwa 40 Prozent der Grünlandflächen sind gegen Dürre versichert. Gerade für Grünland- und Viehbetriebe wird die Situation damit zunehmend schwierig. Wo Heu und Silage fehlen, müssen Futtermittel teuer zugekauft werden.
Oberösterreich besonders hart getroffen
Auch Oberösterreich zählt zu den besonders betroffenen Bundesländern. Trockenheit und Hitze haben vielerorts Grünland, Mais, Getreide und andere Kulturen massiv geschädigt, hier war die Dürre der letzten Wochen besonders ausgeprägt.
Für zahlreiche Bauern geht es deshalb längst nicht mehr nur um geringere Erträge. Zu den Ernteausfällen kommen hohe Kosten für Energie, Dünger, Futtermittel und andere Betriebsmittel. Gerade kleinere Familienbetriebe geraten dadurch zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.
MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner fordert deshalb rasche und unbürokratische Unterstützung: „Oberösterreich ist besonders betroffen. Einmal mehr versagt die Regierung auf allen Längen, anstatt schnell zu helfen. Aber auch Schwarz-Blau versagt in Oberösterreich. Die Bauern brauchen jetzt Unterstützung und keine wochenlangen politischen Verhandlungen.“
Millionenhilfe angekündigt – Entscheidung lässt auf sich warten
Auf Bundesebene wird zwar seit Wochen über ein Hilfspaket gesprochen, eine endgültige Lösung lässt jedoch weiter auf sich warten. Diskutiert werden Unterstützungen in einer Größenordnung von 200 bis 250 Millionen Euro. Gleichzeitig wird darüber gestritten, wer überhaupt Anspruch auf Unterstützung haben soll. Eine zentrale Frage lautet, ob auch Bauern Geld erhalten sollen, die keine Dürreversicherung abgeschlossen haben. Ebenso wird diskutiert, wie verhindert werden kann, dass versicherte Betriebe am Ende schlechter aussteigen als nicht versicherte. Für die betroffenen Bauern zählt allerdings vor allem eines: Wann kommt das Geld tatsächlich auf den Höfen an?
Aigner: „Haimbuchner schimpft quasi über sich selbst“
Scharfe Kritik übt Aigner auch an der oberösterreichischen Landesregierung. Insbesondere FPÖ-Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner habe nach Ansicht des MFG-Chefs eine bemerkenswerte Rolle eingenommen. „Den Vogel schießt Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner ab. Er sitzt selbst in der Landesregierung und schimpft gleichzeitig am lautesten über die Zustände – damit quasi über sich selbst. Wer seit Jahren mitregiert, kann sich nicht plötzlich als unbeteiligter Beobachter präsentieren“, so Aigner.



