„Geht’s noch?“ – mit deutlichen Worten reagiert die MFG auf Aussagen von Bundeskanzler Christian Stocker. Der ÖVP-Chef erklärte im Rahmen seiner Sommertour, Kinderbetreuung würde er „nicht als Arbeit sehen“. Für MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner ist damit eine Grenze überschritten: Wer Kinder großzieht, leiste schließlich rund um die Uhr Arbeit und Verantwortung.

„Kindererziehung ist keine Freizeitbeschäftigung und kein Hobby. Es ist eine der wichtigsten und härtesten Leistungen für unsere Gesellschaft“, sagt Aigner. Stockers Aussage sei für ihn symptomatisch für eine Politik, die den Bezug zum Familienalltag verloren habe.

MFG: Eltern sollen selbst entscheiden
MFG fordert deshalb mehr Wahlfreiheit statt staatlicher Vorgaben. Eltern müssten selbst entscheiden können, ob sie ihre Kleinkinder früh in Krabbelstube oder Kindergarten geben oder länger selbst betreuen. Beide Wege müssten finanziell und gesellschaftlich gleichwertig behandelt werden.

MFG-Familiensprecherin Dagmar Häusler verweist dabei auf Oberösterreich: Obwohl fast 90 Prozent der Kindergartenkinder bis 16 Uhr betreut werden könnten, würden laut den angeführten Statistik-Austria-Daten lediglich 14 Prozent der Eltern dieses Angebot tatsächlich nutzen: „Man entscheidet sich nicht für Kinder, um Kleinkinder von Montag bis Freitag täglich acht Stunden lang in Betreuungseinrichtungen wegzuorganisieren.“

Auch Klubobmann Manuel Krautgartner kritisiert Stocker scharf: „Wer von einem komfortablen Politikersessel aus behauptet, Kinderbetreuung sei keine Arbeit, hat jeden Bezug zum Alltag der Menschen verloren.“ Kurz: MFG fordert eine stärkere finanzielle Anerkennung für Eltern, die ihre Kinder bewusst länger selbst betreuen. Gerade angesichts einer historisch niedrigen Geburtenrate sei es das völlig falsche Signal, die Leistung von Eltern kleinzureden.