Seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 hat Österreich enorme finanzielle Mittel im Zusammenhang mit der Ukraine aufgewendet. Rechnet man direkte und indirekte Unterstützung sowie die Kosten für ukrainische Vertriebene in Österreich zusammen, bewegt sich die Größenordnung mittlerweile um die acht Milliarden Euro.Die laufenden Ausgaben des Jahres 2026 sind dabei noch nicht vollständig abgerechnet. Pikant: Die Summe entspricht in etwa dem gesamten Konsolidierungswirkung (Sparmaßnahmen), die die Bundesregierung für 2026 mit etwa 8,7 Milliarden Euro ansetzt. Heißt: Alles, was wir einsparen, floss zuvor mittelbar oder unmittelbar in oder an die Ukraine.

Bereits im April 2025 berichtete der ORF unter Berufung auf das Außenministerium, Österreich habe seit Kriegsbeginn rund drei Milliarden Euro zur Unterstützung der Ukraine beigetragen. Darin enthalten sind neben bilateralen Hilfen vor allem Österreich zugerechnete Anteile an den milliardenschweren gemeinsamen EU-Hilfsprogrammen.

Milliardenkosten auch innerhalb Österreichs
Dazu kommen die Kosten für die Aufnahme und Versorgung ukrainischer Vertriebener. Eine Berechnung von EcoAustria bezifferte die öffentlichen Aufwendungen dafür für die Jahre 2022 bis 2025 auf rund 4,85 Milliarden Euro.

Enthalten sind unter anderem Ausgaben für Grundversorgung, Gesundheit, Schulen und Kindergärten, Familienleistungen sowie Arbeitsmarktmaßnahmen. Allein für 2025 wurden Kosten von rund 1,46 Milliarden Euro errechnet. Addiert man diese Aufwendungen zur Größenordnung der österreichischen Ukraine-Unterstützung, wird deutlich: Die finanzielle Dimension für Österreich liegt längst im Milliardenbereich und bewegt sich mittlerweile um die acht Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere laufende Aufwendungen 2026.

Nächstes Paket bereits beschlossen
Damit ist es nicht vorbei. Die Regierung hat im Juli 2026 das Doppelbudget 2027/2028 beschlossen und weitere Netto-Konsolidierungen von 1,5 Milliarden für 2027 und 2,5 Milliarden für 2028 eingeplant. Das Brutto-Konsolidierungsvolumen erreicht 2028 sogar rund 5 Milliarden, weil gleichzeitig neue Ausgaben bzw. Investitionen finanziert werden.

Österreich muss sparen, um die Ukraine zu finanzieren
Und der Milliardenregen an die Ukraine geht weiter: Die EU hat für 2026 und 2027 weitere 90 Mrd. € an Darlehen für die Ukraine vorgesehen. Österreich beteiligt sich daran über die EU-Finanzierung entsprechend seinem Anteil. Das österreichische Außenministerium führt dieses neue 90-Mrd.-Paket ausdrücklich in seinem EU-Vorhabensbericht 2026 an.

Geld für einen „fremden“ Krieg, kein Geld für Östererreich
Gleichzeitig kann sich Österreich vergleichsweise banalste Dinge nicht mehr leisten. Wenn man nicht Steuererhöhungen wie Tabaksteuer oder die geplante Zuckersteuer, sondern echte Kürzungen auf der Ausgabenseite betrachtet, wird deutlich, wo die Bundesregierung 2025/26 den Rotstift angesetzt hat. Laut BMF summieren sich die ausgabenseitigen Konsolidierungsmaßnahmen auf rund 4,7 Milliarden Euro 2025 und 5,83 Milliarden 2026.

Besonders spürbar wird das Sparpaket für die Bevölkerung durch die komplette Streichung des Klimabonus, die knapp 2 Milliarden Euro pro Jahr bringt. Die bisherige Bildungskarenz wurde abgeschafft bzw. durch ein deutlich kleiner dimensioniertes Modell ersetzt – Einsparung 2026 rund 650 Millionen Euro. Im Pensionsbereich bringen verschiedene Verschärfungen und Änderungen mehrere hundert Millionen Euro, während bei Familien- und Sozialleistungen die Inflationsanpassung ausgesetzt wird.

Auch Arbeitslose trifft der Sparkurs: Die Möglichkeiten zum geringfügigen Zuverdienst neben dem Arbeitslosengeld wurden stark eingeschränkt, erwartete Einsparung rund 110 Millionen Euro. Dazu kommen deutliche Kürzungen bei Sanierungs-, Umwelt- und Mobilitätsförderungen. Insgesamt greift der Staat damit nicht nur bei der Verwaltung zum Rotstift – ein erheblicher Teil der Milliardenkonsolidierung wird für die Bevölkerung direkt im Geldbörsel spürbar.

In Summe sollen die ausgabenseitigen Sparmaßnahmen 2026 rund 6,7 Milliarden Euro bringen – um zwei Milliarden weniger, als Österreich bislang für das Thema Ukraine aufgewendet hat. MFG Oberösterreich sieht die milliardenschwere finanzielle Unterstützung der Ukraine kritisch und fordert stattdessen eine Rückkehr Österreichs zu einer aktiven Neutralitäts- und Friedenspolitik. Landesparteiobmann Joachim Aigner kritisiert seit Jahren Sanktionen und militärische Hilfen und argumentiert, diese hätten den Krieg bislang nicht beendet, sondern zu einer Verlängerung von Leid und wirtschaftlichen Belastungen beigetragen. Bereits 2022 sprach er sich für Verhandlungen der Kriegsparteien auf neutralem Boden in Österreich aus.

Auch angesichts der angespannten österreichischen Budgets stellt die MFG die Prioritäten infrage: Während im eigenen Land bei Sozialleistungen, Förderungen und anderen Bereichen gespart wird, werden weiterhin erhebliche Mittel direkt und indirekt für die Ukraine mobilisiert. Aigner fordert, Österreich müsse seine historische Rolle als neutraler Vermittler wieder ernst nehmen: „Waffenlieferungen schaffen keinen Frieden – nur die Diplomatie kann sicherstellen, dass nicht noch mehr Menschen sinnlos sterben!“