Die Bundesregierung will Kindern unter 14 Jahren den Zugang zu sozialen Medien verbieten. Begründet wird das mit dem Schutz vor Sucht und Cybermobbing. Doch ausgerechnet das internationale Vorbild Australien zeigt, dass ein solches Verbot in der Praxis nur begrenzt funktioniert. Verbote sind unter dem Strich der falsche Weg.

Eine Studie der Universität Newcastle, veröffentlicht im renommierten British Medical Journal, kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Mehr als 85 Prozent der unter 16-Jährigen nutzten die verbotenen Plattformen auch Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes weiterhin. 15 bis 19 Prozent legten dafür Fake-Accounts an, 9 bis 29 Prozent verwendeten Konten älterer Personen.

Damit stellt sich auch für Österreich die Frage, ob ein staatliches Verbot tatsächlich Kinder schützt – oder vor allem deren Informations- und Meinungsfreiheit einschränkt. Statt pauschaler Verbote könnten Medienkompetenz, Aufklärung und die Verantwortung der Eltern langfristig wirksamere Instrumente sein als Gesetze, die sich in der Praxis leicht umgehen lassen.

Es soll laut Regierung keine Auflistung von „verbotenen“ Plattformen geben, gesperrt werden sollen Plattformen, die eine „suchtfördernde Funktion“ verwenden, was immer das auch heißt – und wer immer das auch bestimmt. Mit solchen Definitionen ist der Willkür Tür und Tor geöffnet. Was ebenfalls keiner auf dem Radar hat: Mit dieser Regelung geht künftig einher, dass sich JEDER im Internet ausweisen und damit registrieren muss, offiziell, um sein Alter zu verifizieren….