Schwer krank – und trotzdem oft auf sich allein gestellt: MFG-Landtagsabgeordnete Dagmar Häusler rückt in einem aktuellen Gespräch mit Silvie Gross, Leiterin von „Selbsthilfe 2.0“, die Situation von Menschen mit ME/CFS, Long Covid und Post-Vac-Beschwerden in den Mittelpunkt. Neben den gesundheitlichen Folgen gehe es für viele Betroffene auch um fehlende Anlaufstellen, Bürokratie und die oft schwierige finanzielle Absicherung.

ME/CFS und andere postinfektiöse Erkrankungen können das Leben der Betroffenen massiv verändern. Im Gespräch von Dagmar Häusler mit Silvie Gross geht es daher nicht nur um die Erkrankungen selbst, sondern vor allem um die Frage, was passiert, wenn Menschen langfristig nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten und ihren Alltag bewältigen können.

Gross begleitet mit „Selbsthilfe 2.0“ seit Jahren chronisch kranke Menschen. Dabei zeigt sich aus ihrer Sicht, dass Betroffene neben ihren gesundheitlichen Problemen häufig mit einem komplizierten System aus medizinischer Versorgung, Behördenwegen und sozialer Absicherung konfrontiert sind.

Wenn Selbsthilfe Versorgungslücken schließen muss

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der Rolle von Selbsthilfeorganisationen. Sie bieten Orientierung, Erfahrungsaustausch und praktische Unterstützung – übernehmen damit aber teilweise Aufgaben, für die sich Betroffene eigentlich funktionierende öffentliche Strukturen erwarten würden.

Genau hier setzt die Kritik von Häusler und Gross an: Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen dürften nicht zusätzlich gezwungen sein, um medizinische Betreuung, Anerkennung ihrer Beschwerden oder finanzielle Unterstützung kämpfen zu müssen. Besonders schwierig werde die Situation, wenn die Arbeitsfähigkeit stark eingeschränkt ist und gleichzeitig hohe Kosten für Behandlungen oder Unterstützung entstehen.

Häusler fordert bessere Strukturen

Für MFG-Gesundheitssprecherin Dagmar Häusler zeigt das Gespräch vor allem eines: Bei Erkrankungen wie ME/CFS bestehe weiterhin erheblicher Handlungsbedarf. Gefordert seien langfristige und leicht zugängliche Versorgungsstrukturen sowie eine bessere Unterstützung der Betroffenen. Denn eine schwere chronische Erkrankung ist bereits Belastung genug. Dass Erkrankte zusätzlich durch ein kompliziertes Gesundheits- und Sozialsystem kämpfen müssen, sollte nicht zum Normalzustand werden, so Häusler.