Österreich will Kindern unter 14 Jahren den Zugang zu TikTok, Instagram, YouTube & Co. weitgehend verbieten. Auch die EU plant mit dem „Kids Act“ neue Altersgrenzen. Doch wie wirksam sind solche Verbote überhaupt – und wie weit soll der Staat in die Medienerziehung von Familien eingreifen?

Österreich will auf eine Altersgrenze von 14 Jahren setzen, während die EU ein abgestuftes Modell plant: Unter 13 Jahren soll Social Media tabu sein, für 13- bis 15-Jährige soll es nur eingeschränkte Konten geben. Begründet werden die Maßnahmen mit Suchtgefahr, Cybermobbing und problematischen Algorithmen.

Doch die praktische Umsetzung ist schwierig. Alterskontrollen müssen zuverlässig funktionieren, ohne gleichzeitig sensible persönliche Daten preiszugeben. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen zudem, dass Jugendliche Sperren mitunter umgehen können. Auch deshalb ist offen, wie viel ein gesetzliches Verbot tatsächlich bewirkt.

Wer erzieht eigentlich wen?
Damit geht die Debatte weit über TikTok und Instagram hinaus. Es geht um eine grundsätzliche Frage: Wie weit soll der Staat in die Medienerziehung von Familien eingreifen?

MFG: Eltern statt Staat
Während sich die Bundesregierung, aber auch die Landtagsparteien in OÖ weitgehend für ein Verbot aussprechen, setzt MFG dem grundsätzlich Elternverantwortung und Eigenverantwortung statt staatlicher Bevormundung entgegen. In ihrer Familienpolitik stehen Wahlfreiheit und die Verantwortung der Eltern im Mittelpunkt, zudem wendet sich MFG gegen staatliche Vorgaben, die Familien Entscheidungen abnehmen. MFG-Familiensprecherin Dagmar Häusler argumentiert etwa bei Fragen der Kinderbetreuung ausdrücklich dafür, die unterschiedlichen Entscheidungen und Bedürfnisse von Eltern zu respektieren. 

Auf die Social-Media-Debatte übertragen steht damit eine andere Herangehensweise im Raum: Nicht der Staat sollte pauschal festlegen, ab welchem Geburtstag Jugendliche soziale Medien verwenden dürfen, sondern Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern Regeln für deren Medienkonsum festlegen.

Der zentrale MFG-Ansatz – Eigenverantwortung statt immer neuer Verbote – stellt die Frage nach der Nachhaltigkeit solcher Maßnahmen. Denn ein Jugendlicher, der bis zum 14. Geburtstag per Gesetz von Instagram, TikTok oder YouTube ferngehalten wird, hat am Tag danach nicht automatisch gelernt, mit Algorithmen, Fake News, Cybermobbing, problematischen Inhalten oder exzessiver Bildschirmzeit umzugehen.