Während Graz beim Sponsoring seiner Profiklubs kräftig kürzt, fließen in Linz weiterhin Millionen aus dem stadteigenen Konzern in den Spitzensport. Besonders auffällig ist der Vergleich mit Blau-Weiß Linz: Die LINZ AG zahlte dem Klub zuletzt 3,18 Millionen Euro pro Saison – mehr als dreimal so viel, wie die Holding Graz für Sturm, GAK und 99ers zusammen streichen will.

Die Holding Graz zieht angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt die Reißleine. Ab 2027 sollen die Sponsorzahlungen an Sturm Graz, GAK und die Graz99ers eingestellt werden. Betroffen sind rund 500.000 Euro für Sturm, 300.000 Euro für den GAK und 200.000 Euro für die 99ers – insgesamt eine Million Euro jährlich.

In Linz sind die Dimensionen deutlich größer. Allein der FC Blau-Weiß Linz erhielt in der Saison 2024/25 kolportierte 3,18 Millionen Euro von der LINZ AG. Der zu 100 Prozent der Stadt gehörende Konzern ist Haupt- und Brustsponsor des Vereins. Insgesamt flossen in dieser Saison rund 6,5 Millionen Euro an Blau-Weiß, Black Wings und LASK. Bemerkenswert ist die Größenordnung auch angesichts der sportlichen Entwicklung: Blau-Weiß stieg 2026 aus der Bundesliga ab und spielt derzeit in der 2. Liga. Die LINZ AG wird vom Verein weiterhin als Hauptsponsor geführt.

MFG fordert Konsequenzen
Kritik an den Millionensponsorings kommt auch von MFG Oberösterreich. Die Partei kritisiert Großsponsorings stadtnaher Unternehmen für Profiklubs wie LASK und Blau-Weiß bereits seit längerem als aus ihrer Sicht fehlgeleitete Mittelverwendung.

MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner sieht durch den Schritt in Graz die Linzer Praxis neuerlich hinterfragenswert: Gerade bei einem kommunalen Versorgungsunternehmen müsse transparent nachvollziehbar sein, welcher konkrete wirtschaftliche Gegenwert Millionenzahlungen an einen Profiverein gegenüberstehe. Aus Sicht der MFG müsse angesichts der Linzer Finanzlage geprüft werden, ob Sponsorings in dieser Größenordnung noch zu rechtfertigen seien.

Die LINZ AG und die Stadt argumentieren dagegen mit dem Marketingwert des Sports. Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) verwies darauf, dass rund ein Prozent für Marketingmaßnahmen vorgesehen sei und das Sportsponsoring innerhalb dieses Rahmens liege. Zudem habe es Bedeutung für den Standort Linz.

Brisant ist auch der öffentliche Mitteleinsatz rund um die Infrastruktur von Blau-Weiß. Das 2023 eröffnete Donauparkstadion kostete insgesamt 59,9 Millionen Euro. Die Jahresmiete des Vereins beträgt überschaubare 303.000 Euro. Damit lag allein das zuletzt bekannte jährliche LINZ-AG-Sponsoring bei mehr als dem Zehnfachen der Stadionmiete.