Kaum übernimmt das Land Oberösterreich die bisherigen 50 Prozent der Stadt Linz am Flughafen, steht bereits der nächste Eigentümerwechsel bevor: Ein privater Investor soll einsteigen. MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner wollte von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner wissen, nach welchen Kriterien verkauft wird – und wie viel Einfluss das Land künftig behalten will.
Der vorläufige Kaufpreis für die städtische Hälfte beträgt lediglich 1,325 Millionen Euro. Grundlage ist ein KPMG-Gutachten, das dem Flughafen einen vergleichsweise niedrigen Wert attestiert. Danach soll das Land zunächst alleiniger Eigentümer werden und anschließend einen privaten Partner suchen.
Aigner hakt bei Achleitner nach
Aigner wollte wissen, ob beim Weiterverkauf ebenfalls das bestehende KPMG-Gutachten samt Zweitmeinung von Ernst & Young als Bewertungsgrundlage herangezogen wird. Achleitners klare Antwort: „Ja.“
Interessanter wurde es bei den bislang kommunizierten maximal 49 Prozent für einen privaten Investor. Achleitner erklärte, das Land wolle die Mehrheit am Flughafen behalten. Gleichzeitig werde man abwarten, welche Angebote und Modelle im Zuge der Investorensuche vorgelegt werden. Heißt: es könnten wohl auch mehr als die avisierten 49 Prozent verkauft werden…
Für Aigner zählt dabei nicht nur der Preis. Er fragte ausdrücklich, ob auch Netzwerke, Branchenkenntnis, Managementkompetenz und Luftfahrt-Know-how berücksichtigt werden. Achleitner bestätigte das: Ein privater Partner müsse einen tatsächlichen Mehrwert für den Flughafen und dessen Geschäftsmodell bringen. Die Auswahl soll über ein Best-Bidder-Verfahren erfolgen.
Linz braucht mehr als frisches Geld
Genau darin liegt die große Chance – und das Risiko. Der Linz Airport braucht nicht einfach einen Finanzinvestor, sondern idealerweise einen Partner, der Airlines und neue Strecken nach Hörsching bringen, das Frachtgeschäft stärken und internationale Netzwerke öffnen kann.
Denn trotz schwieriger wirtschaftlicher Jahre gibt es Potenzial. 2025 stieg das Passagieraufkommen um 45,2 Prozent auf 262.347 Fluggäste, zusätzlich wurden knapp 48.000 Tonnen Luftfracht abgefertigt. Mit der Investorensuche beginnt daher die entscheidende Phase: Wer bekommt bis zu 49 Prozent des Linz Airports – und was bringt dieser Partner außer Geld tatsächlich nach Hörsching?



