Die Teuerung zieht in Österreich wieder an: Im September lagen die Preise um 3,6 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach 3,2 Prozent im August. Damit entfernt sich Österreich erneut vom Zwei-Prozent-Ziel, das Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) mit seiner „2-1-0“-Formel zum politischen Versprechen gemacht hat.

Laut Statistik Austria erreichte der Verbraucherpreisindex im September 103,9 Punkte. Gegenüber August stieg das Preisniveau um weitere 0,2 Prozent. Verantwortlich für den jüngsten Inflationsschub waren vor allem höhere Treibstoff- und Heizölpreise. Dienstleistungen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent.

Der europäische Vergleich zeigt allerdings, dass es auch deutlich niedriger geht. Nach den harmonisierten Eurostat-Daten lag die Inflation im September in Schweden bei 1,0 Prozent, in Dänemark und Ungarn bei jeweils 2,1 Prozent und in Tschechien bei 2,2 Prozent. Deutschland kam auf 3,3 Prozent, Frankreich auf 3,4 Prozent. Österreich lag mit 3,6 Prozent allerdings knapp unter dem Eurozonen-Schnitt von 3,8 Prozent.

Stockers „2-1-0“ derzeit außer Reichweite
Bundeskanzler Christian Stocker hatte Anfang 2026 seine viel zitierte „2-1-0“-Formel ausgegeben: zwei Prozent Inflation, ein Prozent Wirtschaftswachstum und „Null Toleranz“ in der Migrations- und Sicherheitspolitik. Die Zwei-Prozent-Inflation bezeichnete Stocker später ausdrücklich als sein „Versprechen als Bundeskanzler“. Tatsächlich liegt die Teuerung derzeit bei 3,6 statt der angepeilten 2,0 Prozent.

MFG fordert null Prozent Steuer auf Lebensmittel
Einen deutlich weitergehenden Ansatz fordert MFG OÖ. Landesparteiobmann Joachim Aigner verlangt seit Jahren die vollständige Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Die von der Bundesregierung umgesetzte Senkung auf knapp fünf Prozent ging ihm nicht weit genug: MFG fordert null Prozent Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. Aigner spricht sich zudem gegen staatlich festgelegte Lebensmittelpreise aus und setzt stattdessen auf steuerliche Entlastungen. Eine weitere, seit längerem bestehende MFG-Forderung: die Abschaffung der Mineralölsteuer zur Senkung der Treibstoffkosten. Im Energiebereich setzt MFG auf einen höheren heimischen Selbstversorgungsgrad und eine geringere Abhängigkeit von Energieimporten.