Knapp 16 Milliarden Euro will der Bund Österreichs Universitäten für die Jahre 2028 bis 2030 zur Verfügung stellen. Die Hochschulen hatten rund 18 Milliarden gefordert. Besonders sensibel sind mögliche Einsparungen in der Universitätsmedizin. MFG-Bildungssprecherin Dagmar Häusler warnt vor Folgen, die erst Jahre später sichtbar werden könnten.
Nach langem Tauziehen steht der finanzielle Rahmen für Österreichs Universitäten: 15,893 Milliarden Euro sind für die Jahre 2028 bis 2030 vorgesehen, zusätzliche Entlastungsmaßnahmen sollen den finanziellen Spielraum auf rund 16 Milliarden Euro erhöhen. Die Universitätenkonferenz hatte hingegen 18 Milliarden Euro als notwendigen Finanzierungsbedarf genannt.
Dabei geht es nicht nur um Hörsäle, Forschung und wissenschaftliches Personal. Besonders brisant ist die Finanzierung der medizinischen Universitäten, weil diese unmittelbar mit der Gesundheitsversorgung verbunden sind. Die Medizinische Universität Wien hatte im Vorfeld der Einigung davor gewarnt, dass massive Einsparungen auch ärztliche Stellen und damit die Patientenversorgung am Wiener AKH treffen könnten.
„Die Bundesregierung muss von den angekündigten Kürzungen für die Jahre 2028 bis 2030 Abstand nehmen und für unsere Universitätsstandorte faire und zukunftsorientierte Rahmenbedingungen schaffen“
Ein wesentlicher Streitpunkt wurde mit der Einigung zwar entschärft: Die Gehälter der Ärztinnen und Ärzte an den Universitätskliniken sollen weiterhin berücksichtigt werden. Die grundsätzliche Frage, ob der neue Finanzrahmen angesichts steigender Personal-, Energie- und Sachkosten ausreicht, bleibt jedoch bestehen.
Häusler: „Ausbildung und Forschung brauchen Planungssicherheit“
Auch im oberösterreichischen Landtag wurde über die geplanten Einsparungen diskutiert. MFG lehnt Kürzungen bei den Universitäten ab. Landtagsabgeordnete und Bildungssprecherin Dagmar Häusler fordert vom Bund, bei der Finanzierung nicht kurzfristig zu denken.
Für Oberösterreich sei das Thema aufgrund seiner Wirtschaftsstruktur besonders relevant. Forschung, Entwicklung und gut ausgebildete Menschen seien für einen starken Industrie- und Wirtschaftsstandort „keine nette Ergänzung, sondern eine Grundvoraussetzung“.
Als Beispiel nennt Häusler die Johannes Kepler Universität Linz mit rund 27.000 Studierenden sowie ihren zahlreichen Instituten und Universitätskliniken. Dort würden jene Menschen ausgebildet, die später Unternehmen führen, technische Entwicklungen vorantreiben, forschen oder Patienten behandeln.
„Ein heute gestrichener Ausbildungsplatz oder eine nicht nachbesetzte Stelle kann sich damit erst Jahre später bemerkbar machen.“
Ärzte lassen sich nicht kurzfristig „nachproduzieren“
Besonders wichtig ist Häusler die Medizinerausbildung. Für das Studienjahr 2026/27 stehen an der JKU 330 Studienplätze in Humanmedizin zur Verfügung. Bis aus Studienanfängern fertig ausgebildete Ärzte werden, vergehen allerdings viele Jahre.
Genau deshalb könne man Universitätsbudgets nicht nur anhand kurzfristiger Sparziele beurteilen. „Man baut nicht heute eine medizinische Fakultät auf, bildet morgen Ärzte aus und hat übermorgen die Versorgung gesichert“, sagt Häusler. Gerade angesichts des vielerorts beklagten Ärztemangels sieht die MFG Einsparungen in diesem Bereich kritisch.
„Es geht um Menschen, die heute ein Studium beginnen und deren Wissen wir vielleicht in den nächsten zehn, 15 oder sogar 20 Jahren ganz dringend benötigen“, sagt Häusler. Häuslers Warnung: „Bei der Bildung können wir zwar kurzfristig sparen, aber die langfristigen Folgen bekommen wir dann in Jahren präsentiert.“
Foto: JKU, Endl/MFG



