Mit dem Aus der Ryanair-Verbindung nach London verliert der Flughafen Linz ab Ende Oktober eine seiner wenigen verbliebenen Linienverbindungen. Gibt es nach diesem neuerlichen Nackenschlag für den Airport überhaupt noch eine erkennbare Zukunftsstrategie?

Der nächste Rückschlag für den Linzer Flughafen ist perfekt. Ryanair streicht mit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober die Verbindung zwischen Linz und London-Stansted. Die letzten Maschinen heben am 27. und 28. Oktober ab, danach ist vorerst Schluss. Als Begründung nennt die irische Billigfluglinie die österreichische Flugabgabe und die daraus resultierenden hohen Standortkosten.

Damit verliert der Flughafen eine der ohnehin schon raren internationalen Linienverbindungen. Ob London im Sommer 2027 zurückkehrt oder dauerhaft aus dem Streckennetz verschwindet, lässt Ryanair derzeit offen. Fest steht lediglich: Im Winter bleibt von Ryanair nur mehr die Verbindung nach Alicante übrig.

Für den Flughafen Linz kommt diese Entwicklung zur Unzeit. Die Passagierzahlen befinden sich seit Jahren auf niedrigem Niveau. Erst im vergangenen Jahr mussten Land Oberösterreich und die Stadt Linz dem Airport mit einer Kapitalspritze von rund acht Millionen Euro unter die Arme greifen. Der Verlust der London-Strecke ist deshalb weit mehr als nur das Ende einer Flugverbindung. Er zeigt einmal mehr, dass dem Flughafen bis heute eine klare Positionierung fehlt.

Mit jeder gestrichenen Verbindung wird es schwieriger, verlorene Kunden zurückzugewinnen. Wer sich einmal an Wien, München oder Salzburg gewöhnt hat, kehrt nur selten nach Hörsching zurück.

Aber wohin geht die Reise? Soll Linz ein Business-Airport sein? Ein Flughafen für Urlaubsreisende? Ein regionaler Zubringer nach Frankfurt? Oder ein internationaler Frachtstandort mit einem kleinen Passagiergeschäft? Auf diese zentrale Frage gibt es seit Jahren keine überzeugende Antwort. Statt einer langfristigen Strategie dominieren Einzelmaßnahmen. Die neue Frankfurt-Verbindung wird über mehrere Jahre mit insgesamt 36 Millionen Euro Steuergeld abgesichert. Gleichzeitig verschwinden andere Strecken oder entstehen erst gar nicht. Wer sollte auch gegen eine massiv subventionierte Verbindung in Konkurrenz treten?

Ebenso offen bleibt die Zukunft der Eigentümerstruktur. Die seit Langem angekündigte Teilprivatisierung bzw. der Verkauf der städtischen Flughafenanteile ist weiterhin ungelöst. Dabei wäre gerade jetzt ein strategischer Investor gefragt, der nicht nur Kapital mitbringt, sondern vor allem ein tragfähiges Konzept für den Flughafen entwickelt.

Der Linz Airport verfügt zweifellos über Stärken – eine moderne Infrastruktur, einen starken Cargo-Bereich und eine wirtschaftsstarke Industrieregion im Einzugsgebiet. Doch im Passagierverkehr verliert er seit Jahren an Bedeutung. Mit jeder gestrichenen Verbindung wird es schwieriger, verlorene Kunden zurückzugewinnen. Wer sich einmal an Wien, München oder Salzburg gewöhnt hat, kehrt nur selten nach Hörsching zurück.