Österreichs Uni-Rektoren schlagen Alarm: Von „Kahlschlag“, „Super-GAU“ und einem „historischen Angriff“ auf die Hochschulen ist in den Medien die Rede. Hintergrund sind geplante Einsparungen beim Wissenschaftsbudget, die sich laut Berichten auf rund eine Milliarde Euro belaufen sollen. Gleichzeitig kassieren viele der lautesten Kritiker unter den Rektoren selbst abgehobene Spitzengehälter, die sogar deutlich über jenem des Bundeskanzlers liegen. Wie kann das sein?

So soll der Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien laut aktuellen Zahlen rund 396.000 Euro brutto jährlich verdienen. Auch andere Uni-Spitzen liegen jenseits der 300.000-Euro-Marke. Besonders brisant: Die Präsidentin der Universitätenkonferenz und Rektorin der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz, Brigitte Hütter, verdient trotz einer vergleichsweise kleiner Universität mit rund 1.600 Studierenden über 311.000 Euro jährlich.

Was eher gefragt wäre als hysterisches Geschrei? Mehr Effizienz, Transparenz und Sparwillen an den Hochschulen – auch an der Spitze.

Dabei wurde das Universitätsbudget in den vergangenen Jahren massiv erhöht. Laut Angaben der Universitäten selbst stieg es in der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode um rund 34 Prozent auf Rekordniveau. Österreich zählt zudem laut OECD europaweit zu den Spitzenreitern bei den Ausgaben für den Tertiärbereich.

Umso größer wird die Frage nach der Verhältnismäßigkeit: Während Pensionisten, Familien und Arbeitnehmer sparen müssen, scheint an den Universitäten oft weiterhin das Prinzip „mehr Geld vom Staat“ zu gelten. Gleichzeitig bleiben die internationalen Spitzenplätze überschaubar. Im renommierten „THE World University Ranking“ schaffte es zuletzt nur eine österreichische Universität unter die Top 100.

Was eher gefragt wäre als hysterisches Geschrei? Mehr Effizienz, Transparenz und Sparwillen an den Hochschulen – auch an der Spitze. Wer ständig mehr Steuergeld verlangt, sollte vielleicht zuerst bei den eigenen Millionenetats und Spitzengehältern ansetzen.