Scharfe Kritik übt die Landtagspartei MFG am Aufsichtsrat des Linzer Flughafens. Aus Sicht von MFG zeigt die aktuelle Entwicklung einmal mehr, dass politische Einflussnahme in wirtschaftlichen Unternehmen an ihre Grenzen stößt. Dem Aufsichtsrat der Flughafen Linz GmbH gehören unter anderem der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer sowie die Landesräte Günther Steinkellner (FPÖ) und Markus Achleitner (ÖVP) an.
„Auf der ‚Expertise‘ dieser ‚Fachleute‘ ist der ganze Mist gewachsen. Der Flughafen gehört endlich entpolitisiert und zumindest teilprivatisiert“, sagt MFG LAbg. Joachim Aigner in einer Aussendung. Aigner kritisiert insbesondere die politische Besetzung zentraler Unternehmensfunktionen und fordert eine stärkere Ausrichtung an fachlicher Kompetenz.
„Ich halte es für verwegen, wenn solche Politiker glauben, sie seien Fachleute für eh alles. Für einen Flughafen braucht es echte Experten – keine Zurufe von Leuten, die dreimal im Jahr in einem Flugzeug sitzen. Das Phänomen des politischen „Wunderwuzzis“ ist speziell bei der ÖVP ganz besonders ausgeprägt“, so Aigner.
„Es ist absolut anachronistisch, wenn selbst im Jahr 2025 Stadt Linz und Land OÖ auf 100 Prozent der Eigentümeranteile des Flughafens sitzen und so ein privatwirtschaftlich orientiertes Fortkommen verhindern.“
Auch sein Parteikollege und LAbg. Manuel Krautgartner spricht sich für eine grundlegende Neuordnung der Eigentümer- und Führungsstruktur aus: “Fakt ist jedenfalls, dass der Flughafen entpolitisiert gehört. Landesräte und Bürgermeister haben in so wichtigen Unternehmen nichts verloren. Dort gehört Expertise rein. Es ist absolut anachronistisch, wenn selbst im Jahr 2025 Stadt Linz und Land OÖ auf 100 Prozent der Eigentümeranteile des Flughafens sitzen und so ein privatwirtschaftlich orientiertes Fortkommen verhindern.“
Besonders kritisch sieht die MFG die Sponsoringaktivitäten des Linz Airport bei den beiden Linzer Fußballvereinen. Nach Ansicht der Partei sei dies schwer nachvollziehbar, da der Flughafen selbst keine Gewinne mehr erwirtschafte und auf finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand angewiesen sei. Auf entsprechende Probleme habe bereits der Landesrechnungshof in seinem Bericht zum Linzer Flughafen hingewiesen.
Zusätzlichen Handlungsbedarf sieht die MFG angesichts der finanziellen Lage des Unternehmens. Wie aus einer Anfragebeantwortung an Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner hervorgeht, habe das Flughafenmanagement bereits Anfang 2025 die Eigentümer um eine Bürge- und Zahlerhaftung beziehungsweise um eine Eigenkapitalaufstockung ersucht. Damit sollte ein drohender Zahlungsausfall des Unternehmens kurzfristig verhindert werden.


