Während Politik und Wirtschaft das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf als Zukunftsprojekt feiern, wird über entscheidende Punkte erstaunlich wenig gesprochen – etwa den gigantischen Stromverbrauch.  Zudem werden mindestens 50 Hektar Boden versiegelt, dafür sollen laut Google gerade mal 100 Arbeitsplätze entstehen. Der Widerstand wächst, für 12. Juni ist eine Protestaktion vor Ort geplant.

Das Rechenzentrum soll künftig bis zu 3,5 Terawattstunden Strom pro Jahr benötigen – mehr als alle oberösterreichischen Haushalte zusammen. Dafür sind massive Investitionen in Stromleitungen, Umspannwerke und die Netzinfrastruktur notwendig. Gleichzeitig entstehen laut bisherigen Angaben lediglich rund 100 dauerhafte Arbeitsplätze.

Laut einer Prognose der Austrian Power Grid benötigt Google für sein Rechenzentrum die Strommenge von 900.000 Durchschnitts-Haushalten das sind mehr als in ganz Oberösterreich (ca. 677.000 Haushalte)

Damit drängt sich eine unangenehme Frage auf: Ist es wirklich sinnvoll, einen derart gewaltigen Anteil der heimischen Energieversorgung für die Server eines US-Technologiekonzerns bereitzustellen, während Bürger und Betriebe gleichzeitig zum Energiesparen aufgerufen werden? Und: Was ist im Krisenfall? Wem wird da als erstem der Strom abgedreht: Google oder den Haushalten?

„Für wen wird hier Politik gemacht? Für internationale Konzerne, denen man Flächen, Infrastruktur und Energie zur Verfügung stellt – oder für die Menschen in Oberösterreich, die jeden Tag arbeiten und dieses Land tragen?“

Während die großen Parteien durchwegs im Jubelmodus sind, kommt Kritik kommt von MFG. Landesparteiobmann Joachim Aigner: „Für wen wird hier Politik gemacht? Für internationale Konzerne, denen man Flächen, Infrastruktur und Energie zur Verfügung stellt – oder für die Menschen in Oberösterreich, die jeden Tag arbeiten und dieses Land tragen? Es kann nicht sein, dass für Großkonzerne alles möglich gemacht wird, während man den eigenen Leuten immer tiefer in die Tasche greift.“

Gegen das Projekt formiert sich mittlerweile auch öffentlicher Widerstand. Unter dem Motto „Erst denken – dann entscheiden! Nein zum Stromfresser Google!“ findet am Freitag, 12. Juni 2026, eine Protestaktion bei der Baustelle des Google-Rechenzentrums statt. Treffpunkt ist um 15 Uhr bei der Kreuzung zwischen Plaik und Phüring in 4484 Kronstorf. Veranstaltet wird die Kundgebung von der Solidarwerkstatt Österreich sowie den Initiativen „Guter Grund“ und „Da Huat brennt“. Ansprechpartner ist Gerald Oberansmayr (0664/1540742).

Foto/Rendering: Google