Für Motorsportfans im Mühlviertel ist es eine bittere Nachricht: Die traditionsreiche Jänner-Rallye wird 2027 nicht stattfinden. Der veranstaltende Rallye Club Mühlviertel hat entschieden, die 40. Auflage des Rallye-Klassikers um ein Jahr auf Jänner 2028 zu verschieben. Als Gründe werden terminliche Probleme, organisatorische Herausforderungen und personelle Engpässe genannt.
Konkret sorgt die Kalenderkonstellation im Jahr 2027 für Schwierigkeiten. Der Feiertag „Heilige Drei Könige“ fällt auf einen Mittwoch. Eine Austragung am Wochenende davor würde in den Jahreswechsel hineinreichen, das darauffolgende Wochenende liegt bereits außerhalb der Schulferien. Genau diese Ferienzeit ist jedoch entscheidend, weil das Messegelände und der Busbahnhof in Freistadt als Fahrerlager genutzt werden und viele freiwillige Helfer nur während der Ferien verfügbar sind.
Mehr als nur ein Terminproblem?
Offiziell spricht der Veranstalter von einem notwendigen „Regrouping“ und einer Vorbereitung auf das große 40-Jahr-Jubiläum 2028. Doch die Absage wirft auch grundsätzliche Fragen auf. Eine Großveranstaltung mit jahrzehntelanger Tradition sollte nicht an einer ungünstigen Kalenderkonstellation scheitern. Es ist wohl ein Symptom für ein immer größer werdendes Problem vieler Ehrenamtsveranstaltungen: Es wird zunehmend schwieriger, genügend freiwillige Helfer, Funktionäre und Organisatoren zu finden. Die Jänner-Rallye hängt wie viele Veranstaltungen im ländlichen Raum stark vom Engagement hunderter Ehrenamtlicher ab. Fällt diese Basis weg, gerät selbst ein Motorsport-Flaggschiff ins Wanken.
Hinzu kommt, dass die Jänner-Rallye bereits in der Vergangenheit mehrfach pausieren musste. So fielen die Veranstaltungen 2016 und 2017 wegen organisatorischer Probleme aus, 2010 verhinderten behördliche Auflagen die Durchführung. Auch die Corona-Pandemie führte zu Ausfällen.
Wirtschaftlicher Verlust für die Region
Die Absage trifft nicht nur Motorsportfans. Die Jänner-Rallye bringt jedes Jahr tausende Besucher ins Mühlviertel und sorgt für volle Hotels, Gasthäuser und zahlreiche zusätzliche Umsätze im Handel und in der Gastronomie. Gerade in den tourismusarmen Wintermonaten stellt die Veranstaltung einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für Freistadt und die gesamte Region dar.
Ob es 2028 ein Da capo gibt? Zu wünschen wäre es der Region – auch wenn es von Umweltschützern und „Klima-Aposteln“ zusätzlich Gegenwind geben wird…


