Mit der geplanten Erweiterung des Google-Rechenzentrums in Kronstorf nimmt ein Projekt Gestalt an, das enorme Belastungen für Umwelt und Energieversorgung mit sich bringt. Im Endausbau soll der Stromverbrauch bei bis zu zwei Terawattstunden jährlich liegen – fast drei Prozent des österreichischen Gesamtverbrauchs. Gleichzeitig wird Kühlwasser aus der Enns entnommen und mit bis zu 30 Grad Celsius wieder eingeleitet.
Anstatt diese Dimension kritisch zu hinterfragen, schwärmt Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner laut Medienberichten vom „Milliardenprojekt“. Sein Credo: Der notwendige Ausbau der Stromerzeugung sei „machbar“. Doch wer bezahlt den Ausbau der Netze? Wer trägt die ökologischen Folgen? Und warum soll ein globaler Tech-Konzern einen Fluss als Kühlanlage nutzen dürfen, während gleichzeitig über Klimaanpassung und Gewässerschutz diskutiert wird?
Besonders irritierend ist, wie selbstverständlich Achleitner die Erwärmung des Ennswassers auf 30 Grad herunterspielt. Gerade in Zeiten immer heißerer Sommer und ökologisch belasteter Gewässer wirkt diese Gelassenheit völlig abgehoben.
Google investiert Milliarden – aber Milliarden dürfen kein Freibrief sein. Wer ein Rechenzentrum mit dem Strombedarf einer Großstadt errichtet, muss sich strengsten Umweltauflagen stellen. Statt kritischer Distanz agiert die Landespolitik jedoch wie die PR-Abteilung des Konzerns. Ein Projekt dieser Größenordnung braucht keine Jubelmeldungen, sondern eine ehrliche Debatte über seine Kosten – für Umwelt, Energieversorgung und die Bevölkerung.
Foto: Land OÖ / Mayerhofer


