Die anhaltende Trockenheit in Österreich lässt viele an den Klimawandel denken. Tatsächlich gab es diese Launen der Natur jedoch bereits lange vor Beginn der Industrialisierung. Extreme Dürreperioden, die weite Teile Mitteleuropas – und damit auch Österreich – schwer trafen. Einige davon gingen als wahre Jahrhundertkatastrophen in die Geschichte ein.
1540: Die Megadürre des Jahrtausends
Als schlimmste Dürre der vergangenen rund 500 Jahre gilt das Jahr 1540. Historische Chroniken berichten von elf Monaten mit kaum nennenswertem Niederschlag. Zahlreiche Quellen und Brunnen versiegten erstmals überhaupt, kleinere Flüsse trockneten vollständig aus und selbst große Ströme führten so wenig Wasser, dass sie stellenweise zu Fuß überquert werden konnten. Im Sommer 1940 soll es zwischen Mitte Juni und Anfang August kein einziges Mal geregnet haben. Klimaforscher bezeichnen das Ereignis heute als „Megadürre“, die es in dieser extremen Form seitdem nicht mehr gab.
1834: Das trockenste Messjahr
Nach Beginn der instrumentellen Wetteraufzeichnungen zählt 1834 zu den trockensten Jahren Österreichs. Im Alpenraum herrschte über Monate hinweg ein außergewöhnlich großes Niederschlagsdefizit. Neuere Klimarekonstruktionen zeigen, dass die Dürre bereits im Februar begann und bis in den Sommer andauerte. In mehreren Regionen wurden massive Ernteausfälle verzeichnet.
Die Dürreserie der 1860er-Jahre
Zwischen 1862 und 1865 litten vor allem Ostösterreich und das Marchfeld wiederholt unter außergewöhnlicher Sommertrockenheit. Zeitgenössische Berichte sprechen von bis zu 140 Tagen ohne ergiebigen Regen, wodurch die Böden vollständig austrockneten. Es war auch jene Zeit, in der der Neusiedlersee das letzte Mal vollständig austrocknete. Auf dem trockenen Boden wurden Straßen angelegt, Reis angebaut, Vieh weidete. Zwischen den Seegemeinden konnte man zu Fuß oder mit Fuhrwerken queren. Erst sechs Jahre später füllte sich der See wieder durch ergiebige Niederschläge.
1921: Einer der trockensten Sommer des 20. Jahrhunderts
Der Sommer 1921 brachte außergewöhnlich wenig Niederschlag und überdurchschnittlich viele Sonnenstunden. Weite Teile Österreichs verzeichneten massive Ernteeinbußen, zahlreiche Gewässer führten Niedrigwasser. Bis heute zählt das Jahr zu den markantesten Trockenperioden des vergangenen Jahrhunderts.
1947: Hitze nach dem Krieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit 1947 erneut ein extremer Dürresommer. Wochenlange Hitze ließ Flüsse und Seen stark schrumpfen, vielerorts herrschte Wasserknappheit. Entlang der Alpen kam es zu zahlreichen Waldbränden, die Landwirtschaft erlitt schwere Schäden und die Stromproduktion aus Wasserkraft wurde durch die niedrigen Pegel beeinträchtigt. Auch dieser Sommer zählt klimatologisch zu den außergewöhnlichsten Trockenereignissen des 20. Jahrhunderts.



