Für die rund 90.000 Fernwärmekunden der LINZ AG wird das Heizen erneut teurer: Mit 1. August 2026 stiegen die Fernwärmepreise um sechs Prozent, nachdem die Tarife bereits im August 2025 um acht Prozent angehoben wurden. Damit werden die Kunden zum zweiten Mal innerhalb von nur einem Jahr zur Kasse gebeten, obwohl die LINZ AG zuletzt Rekordgewinne von knapp 80 Millionen Euro einsackte. Der ebenfalls profitable Welser Energieversorger eww hält seine Tarife vorerst stabil. Besonders in der Kritik: die Millionenförderung für Hochkultur und Profisport.
Die LINZ AG begründet die neuerliche Erhöhung mit gestiegenen Erzeugungskosten. So seien die Erdgaspreise gegenüber dem Vorjahr um rund 40 Prozent und die Pelletspreise um rund 30 Prozent gestiegen. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit 70 Quadratmetern Wohnfläche bedeutet die aktuelle Erhöhung Mehrkosten von knapp sechs Euro pro Monat.
Pikant: Die LINZ AG verdient sehr gut. Trotzdem werden die Fernwärmepreise zum zweiten Mal in Folge erhöht – nach acht Prozent im August 2025 sind es heuer erneut sechs Prozent. 2025 stieg das Ergebnis nach Steuern von 69,2 auf 79,8 Millionen Euro (+15 %). Gleichzeitig blieb der Bilanzgewinn, der an die Unternehmensgruppe der Stadt Linz Holding ausgeschüttet werden soll, unverändert bei 16 Millionen Euro.
Gewinnmaximierung statt Erfüllung der Rolle als Daseinsvorsorger?
Wenn man den österreichischen Gas-Großhandelspreis als Maßstab nimmt – auf den sich auch viele Energieversorger bei der Beschaffung beziehen, ist die Aussage der LINZ AG grundsätzlich nachvollziehbar: Laut der Österreichischen Energieagentur (AEA) lag der Gaspreisindex für August 2026 um 38,7 % über dem Wert von August 2025. Allerdings: Muss man als Daseinsvorsorger nicht auch das Sparen innerhalb des Konzerns im Auge haben – oder nur dir ständige Gewinnmaximierung durch Preiserhöhungen, die – siehe Unternehmensergebnis – eigentlich gar nicht nötig wären?
Die LINZ AG ist zu 100 % im Eigentum der Stadt Linz und erfüllt zentrale Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge – wie eben die Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung. Aus dieser Sicht sollte ein kommunales Unternehmen nicht primär auf Gewinnmaximierung, sondern auf eine sichere, leistbare und verlässliche Versorgung ausgerichtet sein sollte. Hohe Gewinne bei gleichzeitig steigenden Energiepreisen sind ein klarer Widerspruch.
Darüber hinaus sponsert die LINZ AG mit namhaften Beträgen Profisportvereine und den Linzer Kulturbereich: Die hochdefizitären Museen Lentos und Nordico etwa werden im Jahr 2026 mit insgesamt vier Millionen Euro in Form einer „Spende“ bedacht, beim Zweitligaklub FC Blau-Weiß Linz ist die LINZ AG seit Jahren als Hauptsponsor an Bord, eine offizielle Angabe über die Höhe des Sponsorings gibt es nicht, aber laut einer Kurier-Recherche sollen in der Saison 2025/26 insgesamt 6,5 Millionen Euro in den Profisport geflossen sein: 4,2 Millionen Euro erhielten die Bundesligisten Blau-Weiß Linz und LASK, weitere 2,3 Millionen Euro gingen an den Eishockeyclub Black Wings.
Bemerkenswert ist der Vergleich mit Wels: Der dortige Energieversorger eww lässt die Fernwärmepreise vorerst unverändert. Die eww ist ebenfalls profitabel und weist einen Gewinn von rund 18 Mio. Euro aus. Das Unternehmen hat angekündigt, über eine mögliche Anpassung erst zum 1. Jänner 2027 zu entscheiden.
MEINUNG
Politisch stellt sich die Frage, dass es hier um nix anders geht als um das Stopfen der Finanzlöcher der Stadt Linz, was die LINZ AG mit ihren Preiserhöhungen da tut. Müsste Linz etwa für das jährliche Millionen-Minus seiner beiden Museen Lentos und Nordico aufkommen, würde dies das Stadtbudget mit vier Millionen Euro, die man gar nicht hat, belasten. So springt die LINZ AG mit einer „Spende“ ein – klingt völlig absurd, ist aber so.
Auch in vielen anderen Bereichen – von Kultur bis hin zum Sport – wird die LINZ AG (oder besser gesagt ihre Kunden) als Sponsor, man müsste fast schon sagen „missbraucht“ und zu millionenschweren Zuwendungen gezwungen. Eigentlich absurd, denn diese skurillen Auswüchse zahlen über Umwege wir alle – mit der Strom-, Wasser- und Fernwärmerechnung.
(Foto: LINZ AG)



