Linz leistet sich mit dem Ordnungsdienst (OSL) eine Art kommunale „Pseudo-Polizei“ und gibt dafür jährlich rund zwei Millionen Euro aus. Umso interessanter ist die Frage, was dabei tatsächlich herauskommt. Die neuen Juli-Zahlen liefern Diskussionsstoff: Von 1.861 dokumentierten Einsätzen entfielen nicht weniger als 921 auf den „ruhenden Verkehr“. Fast jeder zweite OSL-Einsatz drehte sich also ums Parken.
Exakt 49,5 Prozent aller OSL-Einsätze im Juli betrafen den ruhenden Verkehr – also die Überwachung von Park- und Haltevorschriften. Bereits im Juni lag dieser Anteil mit 51,9 Prozent sogar noch höher. Anders gesagt: 921 Park-Einsätzen standen im Juli gerade einmal 940 Einsätze in sämtlichen anderen Bereichen zusammen gegenüber.
Viel Geld – fraglicher Output
Natürlich müssen auch Park- und Halteverbote kontrolliert werden. Angesichts der Kosten und des eigentlichen Anspruchs eines Ordnungsdienstes darf die Schwerpunktsetzung aber durchaus hinterfragt werden. Denn gleichzeitig häufen sich in Linz die Beschwerden über Vermüllung, Drogen, Probleme in Parks und auf Spielplätzen sowie mangelndes Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum. Dort wäre sichtbare Präsenz besonders gefragt.
„Schon der Name sagt, worum es gehen sollte: ORDNUNGSDIENST – also ordnen und dienen, statt spazieren zu gehen und Autofahrer zu belästigen.“
Verschärft wird die Diskussion dadurch, dass sich die „echte“ Polizei im öffentlichen Raum zumindest in der Wahrnehmung vieler Bürger immer weiter zurückzieht. Gerade dann sollte ein mit Millionenaufwand finanzierter Ordnungsdienst jene Aufgaben verstärkt wahrnehmen, für die er geschaffen wurde: hinschauen, Präsenz zeigen, Missstände melden und dort einschreiten, wo es seine Kompetenzen erlauben. Stattdessen dreht sich Monat für Monat rund die Hälfte der dokumentierten Tätigkeit ums Parken…
Auch MFG Oberösterreich sieht den Linzer Ordnungsdienst kritisch und fordert eine Rückbesinnung auf dessen eigentliche Aufgaben. Schon der Name sage schließlich, worum es gehen sollte: „ORDNUNGSDIENST – also ordnen und dienen, statt spazieren zu gehen und Autofahrer zu belästigen.“
Foto: Stadt Linz/OSL



