Österreichs Automarkt wächst weiter – und vor allem Elektroautos legen kräftig zu. Im Juli 2026 wurden 7.073 reine E-Autos neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von satten 43,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders bemerkenswert: Mehr als jeder vierte im Juli neu zugelassene Pkw war bereits ein reines Elektroauto. Gleichzeitig verlieren klassische Benziner und Diesel deutlich. Die Frage nach dem immer größeren Stromhunger Österreichs bleibt aber ungelöst…

Insgesamt wurden im Juli 25.823 neue Pkw angemeldet, um 3,8 Prozent mehr als im Juli 2025. Der Elektroanteil erreichte dabei 27,4 Prozent. Zählt man die 9.657 Benzin-Hybride und 1.065 Diesel-Hybride dazu, verfügten sogar 68,9 Prozent aller im Juli neu zugelassenen Pkw über einen alternativen Antrieb.

E-Autos seit Jahresbeginn fast 30 Prozent im Plus
Auch die Bilanz von Jänner bis Juli zeigt einen deutlichen Wandel. Insgesamt kamen in Österreich 190.352 neue Pkw auf die Straße – ein Plus von 13,4 Prozent. Davon waren 47.133 reine Elektroautos, um 29,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Damit fährt mittlerweile fast jeder vierte neu zugelassene Pkw (24,8 Prozent) ausschließlich mit Strom.

Noch größer ist der Anteil, wenn sämtliche alternativen Antriebe zusammengerechnet werden: Mit 125.631 Fahrzeugen kommen E-Autos und Hybride bereits auf 66 Prozent des Neuwagenmarktes.

Benziner und Diesel verlieren
Auf der anderen Seite setzt sich der Rückgang der klassischen Verbrenner fort. Von Jänner bis Juli wurden 46.134 reine Benziner neu zugelassen, ein Minus von 2,4 Prozent. Bei Diesel-Pkw ging es sogar um 10,4 Prozent auf nur noch 18.587 Fahrzeuge bergab. Im Juli fiel der Rückgang noch wesentlich deutlicher aus: Benziner −16,4 Prozent, Diesel −22,1 Prozent – während reine E-Autos um 43,8 Prozent zulegten.

Interessant ist auch, wer vom Elektroboom profitiert: Bei reinen E-Autos liegt BMW mit 10,5 Prozent Marktanteil vor Škoda (10,2 %), BYD (9,7 %), Tesla (9,1 %) und VW (8,5 %).

Strom statt Sprit – aber wo bleibt das Energiesparen?
Der massive Zuwachs bei E-Autos wirft allerdings auch eine Frage auf, die in der öffentlichen Debatte erstaunlich leise geworden ist: Woher soll der zusätzlich benötigte Strom langfristig kommen? Über Jahre hinweg lautete eine der zentralen energiepolitischen Botschaften: Strom sparen, Verbrauch reduzieren, effizienter werden. Gleichzeitig werden heute immer mehr Bereiche elektrifiziert – vom Auto über Heizungen und Wärmepumpen bis hin zu Industrie und Rechenzentren.

Damit steigt der künftige Strombedarf erheblich. Auch Österreichs Energie- und Klimapläne gehen davon aus, dass für die Elektrifizierung von Verkehr, Wärme, Industrie oder den Bau von KI-Rechenzentren wesentlich mehr erneuerbarer Strom benötigt wird. Alleine für das Google-Rechenzentrum in Kronstorf werden rechnerisch 1.000 Windkraftwerke der neuesten Generation benötigt, aktuell gibt es in OÖ 31: Diese Zahlen zeigen, wie absurd die Pläne (oder besser gesagt die Versprechungen) rund um den Ausbau der Windkraft in OÖ sind.