Vier Tage USA, zehn Personen und eine Rechnung von mehr als 100.000 Euro für die Steuerzahler: Jetzt liegen die Kosten der umstrittenen Dallas-Reise von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) auf dem Tisch. Besonders brisant: Zeitgleich mit dem offiziellen Programm fand dort die Fußball-WM statt – inklusive Österreich gegen Argentinien.

Ein Konsulat eröffnen, Wirtschaftskontakte pflegen – und nebenbei Österreichs Nationalteam bei der Fußball-WM anfeuern: Mit diesem offiziellen Programm reiste Bundeskanzler Christian Stocker von 20. bis 23. Juni mit neun Begleitpersonen nach Dallas. Schon damals sorgte der Trip für Kritik. Nun dürfte die Debatte neue Nahrung bekommen, denn die Abrechnung fällt durchaus stattlich aus: 102.750 Euro kostete die viertägige Reise.

Fast 58.000 Euro allein für Flüge
Den größten Brocken machten die Flugkosten aus: 57.750 Euro wurden dafür verrechnet. Weitere rund 32.000 Euro kosteten die Hotelübernachtungen, für Mietwagen fielen nochmals etwa 13.000 Euro an. Unterm Strich ergibt das für die zehnköpfige Delegation Kosten von mehr als 10.000 Euro pro Person – oder rund 25.700 Euro pro Reisetag.

Auch Vizekanzler Babler mutierte zum Fußballfan – Rechnung noch offen
Nicht nur Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) ließ sich die Fußball-WM in den USA nicht entgehen: Auch Vizekanzler und Sportminister Andreas Babler (SPÖ) reiste im Juni über den Atlantik – samt vier Mitarbeitern. Bezahlt wurde die Dienstreise aus öffentlichen Mitteln.

Babler flog zum österreichischen WM-Auftakt gegen Jordanien nach Kalifornien. Pikant: Alle seine vier mitgereisten Mitarbeiter waren ebenfalls im Stadion, während sich der Vizekanzler bei Österreichs Toren und beim Jubeln für seine Social-Media-Kanäle filmen ließ. Wie viel der WM-Trip die Steuerzahler insgesamt gekostet hat, ist bislang allerdings noch nicht öffentlich abgerechnet. Eine parlamentarische Anfrage soll Klarheit über Flug-, Hotel-, Transfer- und weitere Reisekosten bringen.

Foto: BKA/Schroetter