Die Inflation in Österreich steigt wieder deutlich: Im August kletterte die Teuerungsrate laut Schnellschätzung auf 3,2 Prozent, nach 2,8 Prozent im Juli. Besonders bitter für die Bundesregierung: Selbst das wirtschaftlich seit Jahren schwer angeschlagene Deutschland steht mit 2,9 Prozent besser da. Von einer nachhaltigen Entspannung bei den Preisen kann damit weiterhin keine Rede sein.
Die Hoffnung, dass Österreich die hohe Inflation endlich dauerhaft hinter sich lassen könnte, bekommt einen neuerlichen Dämpfer. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria stiegen die Verbraucherpreise im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,2 Prozent. Im Juli waren es noch 2,8 Prozent. Besonders kräftig verteuerte sich erneut Energie mit rund zehn Prozent. Auch bei den Dienstleistungen bleibt der Preisdruck mit 4,3 Prozent hoch. Damit bekommen die Haushalte die Teuerung weiterhin in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu spüren.
Stockers „3-2-1-Regel“ rückt wieder in die Ferne
Besonders unangenehm sind die neuen Zahlen für Bundeskanzler Christian Stocker. Er hatte für die Inflationsbekämpfung die sogenannte „3-2-1-Regel“ ausgegeben: 2025 sollte bei der Teuerung noch eine Drei vor dem Komma stehen, 2026 eine Zwei und 2027 schließlich eine Eins. Mit aktuell 3,2 Prozent im August 2026 liegt Österreich von diesem politischen Fahrplan wieder ein gutes Stück entfernt.
Selbst Deutschland steht besser da
Ein Blick über die Grenze macht die österreichischen Zahlen für die Bundesregierung nicht angenehmer. In Deutschland lag die Inflationsrate im August laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bei 2,9 Prozent – und damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als in Österreich. Auch Deutschland kämpft allerdings mit einem massiven Energiepreisschub von 10,5 Prozent. Der Vergleich ist deshalb bemerkenswert, weil Deutschland selbst seit Jahren mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen, einer schwachen Industrie und Standortdebatten kämpft. Trotzdem fällt die aktuelle Teuerungsrate dort niedriger aus als in Österreich.
Österreich deutlich über dem EZB-Ziel
Im gesamten Euroraum sprang die Inflation im August ebenfalls kräftig nach oben: von 2,9 auf voraussichtlich 3,3 Prozent. Hauptverantwortlich dafür war auch hier Energie, die sich im Jahresvergleich um 14,3 Prozent verteuerte. Das ändert aber wenig am innenpolitischen Problem: Das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank liegt bei zwei Prozent – und davon ist Österreich mit 3,2 Prozent weiterhin ein gutes Stück entfernt…



