Kurz vor dem ersten Aufschlag im Design Center hat das Teilnehmerinnenfeld des WTA-500er-Turniers Upper Austria Ladies Linz noch einmal spektakuläre Verstärkung bekommen. Die Weltranglistenzehnte Mirra Andreeva wird als topgesetzte Spielerin in den Linzer Damentennis-Klassiker starten. Vor zwei Jahren wurde das Preisgeld des Turniers von 250.000 auf eine Million Dollar erhöht, obwohl es an allen Ecken und Enden am Geld fehlen dürfte. Möglich wurde die Preisgeldexplosion durch üppige Steuergeld-Förderung durch die Stadt Linz, das Land OÖ und des Bundes. Letzter zog nun aber die Notbremse.
Mirra Andreeva, deren ältere Schwester Erika ebenfalls als Profi auf der Tour unterwegs ist, gilt als der aktuell größte Shootingstar im Damentennis überhaupt. Im Jahr 2025 kürte sich „Little Spicy Mirra“ (diesen Spitznamen gab sie sich selbst) mit dem Triumph beim WTA-1000er-Turnier in Dubai zur jüngsten Masters-Siegerin auf der Tour überhaupt.
Die Frage ist berechtigt: Warum soll der Steuerzahler ein Turnier subventionieren, bei dem ohnehin vermögende Profi-Spielerinnen um hohe Preisgelder antreten – und ein nicht unerheblicher Teil der Förderung letztlich in eben diese Preisgelder fließt?
Linz zahlt 300.000 Euro Förderung, das Land OÖ wohl ebensoviel. Dazu sollen noch über 400.000 Euro von der stadteigenen LINZ AG kommen. Ausgerechnet Sportminister und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) hat die 300.000 Euro schwere Bundesförderung nun gestrichen, während das „rote“ Linz brav weiterzahlt. Sparzwänge seien der Grund, heißt es. Die Frage ist aber wohl berechtigt: Warum soll der Steuerzahler ein Turnier subventionieren, bei dem ohnehin vermögende Profi-Spielerinnen um hohe Preisgelder antreten – und ein nicht unerheblicher Teil der Förderung letztlich in eben diese Preisgelder fließt?
„Ich hätte gerne mal tatsächliche Zahlen am Tisch, was das Turnier wirklich bringt – an zusätzlichen Nächtigungen, tatsächlicher statt „gefühlter“ Umwegrentabilität und positiven Effekten auf den Frauensport.“
Auch Landtagsabgeordnete und MFG-Frauensprecherin Dagmar Häusler kritisiert die Förderungspolitik: „Das Turnier wird von einer privaten Welser Agentur organisiert, die in den letzten Jahren damit ganz gut gefahren ist. Eine öffentliche Unterstützung ist grundsätzlich nichts Schlechtes, aber angesichts solcher Summen kommen Fragen auf. Ich hätte gerne mal tatsächliche Zahlen am Tisch, was das Turnier wirklich bringt – an zusätzlichen Nächtigungen, tatsächlicher statt „gefühlter“ Umwegrentabilität und positiven Effekten auf den Frauensport. Da gehört endlich mal professionell evaluiert, bevor hier ständig ungeprüft mit sechsstelligen Steuergeldbeträgen herumgeworfen wird.“
Besonders pikant: Vor zwei Jahren wurde das Preisgeld von 250.000 auf knapp eine Million Dollar vervierfacht. Statt mehr Top-Spielerinnen anzulocken, blieben echte Weltklassespielerinnen (Top 10) bisher weitgehend aus – mit der Nummer 10 wurde nun zumindest am letzten Abdruck noch eine Top-Spielerin nach Linz gelotst. Das Turnier steigt von 5. bis 12. April im Linzer Design Center.


