Seit dem 29. März 2026 fliegt die dänische Regionalairline DAT wieder täglich mit einer ATR 72 zwischen dem Linzer Flughafen Hörsching und dem internationalen Drehkreuz Frankfurt. Damit ist nach fünf Monaten Unterbrechung die wichtigste internationale Direktverbindung Oberösterreichs zurück. Das Land Oberösterreich hat die Strecke als sogenannte PSO-Route (Public Service Obligation) europaweit ausgeschrieben und fördert sie mit bis zu 36 Millionen Euro Steuergeld über vier Jahre – maximal neun Millionen Euro pro Jahr als Verlustabdeckung.
Kritik am Steuergeld-Einsatz
Die hohe Subvention stößt bei Opposition und Teilen der Bevölkerung auf deutlichen Widerstand. Kritiker sprechen von „Air Stelzer“ und einer einseitigen Begünstigung einer privaten dänischen Airline auf Kosten der Steuerzahler. Der erste Flug am 29. März war mit nur 19 Passagieren eher ernüchternd besetzt, und selbst DAT rechnet langfristig lediglich mit einer Auslastung von rund 60 Prozent. Ob sich der der Einsatz von 36 Millionen Euro für eine Strecke, die schon bei Austrian Airlines nicht profitabel war, lohnt, ist fraglich.
Ein Rechenbeispiel: Bei zu erwartenden 50.000 Passagieren zwischen Linz und Frankfurt im ersten Jahr wird jedes Ticket im Schnitt mit EUR 180.- durch die öffentliche Hand gefördert. Kritiker verweisen darauf, dass das Geld auch für Klimaschutz, den Ausbau des Klimatickets oder die Unterstützung heimischer Betriebe hätte verwendet werden können.
„Weg von politischer Verwaltung, hin zu echter wirtschaftlicher Führung.“
„Der Flughafen Linz hat ja bereits zur Verlustabdeckung viele Millionen Euro gebraucht, in Summe werden in den kommenden Jahren weitere 100 Millionen Euro zusätzlicher Aufwand zusammenkommen“, sagt MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner. Er fordert angesichts der aktuellen Diskussionen rund um die Eigentümerstruktur und weitere öffentliche Zuschüsse einen klaren Kurswechsel: „Weg von politischer Verwaltung, hin zu echter wirtschaftlicher Führung.“ Statt einer vollständigen Übernahme durch das Land schlägt Aigner daher einen anderen Weg vor: Die Anteile der Stadt Linz sollen an ein Unternehmer-Konsortium abgegeben werden, das den Flughafen wirtschaftlich führt und nicht politisch verwaltet.

Die positiven Effekte
Wirtschaft und die schwarz-blaue Landesregierung sehen die Verbindung als strategisch unverzichtbar. Frankfurt ist eines der größten Luftfahrt-Drehkreuze Europas. Die Direktflüge ermöglichen Geschäftsreisenden aus Oberösterreich kurze, planbare Verbindungen in die ganze Welt – ohne umständliche Umsteigezeiten über Wien oder München. Die Wirtschaftskammer OÖ glaubt, dass eine gute internationale Anbindung ein entscheidender Standortfaktor für Industrie, Export und die Gewinnung von Fachkräften ist. Der Flughafen Linz behält damit seine Rolle als internationaler Airport und sichert Jobs in der Region. Langfristig hofft man, dass sich die Strecke nach den vier Subventionsjahren selbst trägt. Geplant sind bis zu 17 Flüge pro Woche, in der Anfangsphase wird allerdings nur einmal täglich geflogen.


