Der Flughafen Linz steht seit Jahren in der Kritik – und mit der jüngsten Entscheidung, die wiederaufgenommene Flugverbindung nach Frankfurt mit rund 36 Millionen Euro zu subventionieren, flammt die Debatte erneut auf. Kritiker sehen darin ein weiteres Kapitel einer kostspieligen Entwicklung, die sich zunehmend von wirtschaftlicher Nachhaltigkeit entfernt. Zudem sind diese 36 Millionen Euro nur die Spitze des (Kosten-)Eisbergs.

Ein Projekt mit wachsender Rechnung

Rechnet man verschiedene öffentliche Zuschüsse und Investitionen zusammen, ergibt sich ein beachtliches Bild: Mehrere Dutzend Millionen Euro sind bereits geflossen oder eingeplant. Dazu zählen etwa ein Gesellschafterzuschuss in Millionenhöhe zur Stabilisierung der Kapitalquote, Investitionen in die Infrastruktur – wie die Sanierung der Start- und Landebahn – sowie zusätzliche Mittel für Altlastensanierungen.

Die Förderung der Flugverbindung nach Frankfurt stellt dabei einen besonders umstrittenen Posten dar. Befürworter argumentieren, die Anbindung an das internationale Drehkreuz Flughafen Frankfurt sei entscheidend für die regionale Wirtschaft. Kritiker hingegen sprechen von einer künstlich aufrechterhaltenen Verbindung, die ohne massive staatliche Unterstützung kaum tragfähig wäre.

Politische Kritik wird lauter

Besonders scharf äußert sich Joachim Aigner, Landesparteiobmann der MFG. In einer Rede bezeichnete er den Flughafen als „Millionengrab für Steuergeld“ und sprach von einer „neverending Story“. Laut Aigner würden sich die Gesamtkosten aus unterschiedlichen Maßnahmen auf „flotte 100 Millionen Euro“ summieren – wobei dies eher die Unter- als die Obergrenze darstelle. Neben den bereits erwähnten Zuschüssen nennt er konkret:

  • mehrere Millionen Euro zur Sicherung der Kapitalbasis
  • rund 25 Millionen Euro für die Sanierung der Piste
  • zusätzliche Mittel für Umwelt- und Altlastensanierungen
  • sowie die 36 Millionen Euro für die Frankfurt-Verbindung

Aigner warnt zudem vor politischen Konsequenzen und spricht sogar davon, dass dieses Projekt „zum Grab“ für die regierende ÖVP in Oberösterreich werden könnte. Die Millionenjonglage wird jedenfalls zur Überlebensfrage von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner, der sich komplett in die vermeintliche „Airport-Rettung“ verbissen hat.

Wirtschaftlicher Nutzen vs. öffentliche Belastung

Die zentrale Frage bleibt: Rechtfertigt der erwartete Nutzen diese massiven Investitionen? Vor allem die ÖVP betont die Bedeutung des Flughafens als Standortfaktor für Unternehmen und als internationales Tor für die Region. Gerade die Verbindung nach Frankfurt gilt als strategisch wichtig für Geschäftsreisende und Exportbetriebe. Eine wachsende Gruppe an Kritikern hingegen zweifelt, ob diese Effekte tatsächlich in einem Verhältnis zu den eingesetzten Steuergeldern stehen. Sie sehen im Flughafen ein strukturelles Defizitprojekt, das regelmäßig durch öffentliche Mittel gestützt werden muss.

Hinzu kommt, dass mögliche andere Airlines / Destinationen für Linz wegfallen, weil keine Fluggesellschaft gegen den hochsubventionierten Frankfurt-Flug antreten will – oder besser gesagt kann.