Zuerst wird jahrelang mit dem Verbrenner-Verbot gewedelt und die Elektromobilität mit saftigen Förderungen so attraktiv gemacht, dass man fast schon ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man noch einen Diesel fährt. „Das ist die Zukunft!“, hieß es. „Nie mehr teuer tanken, nur noch günstig laden!“ Und jetzt, wo genug Leute umgestiegen sind? Kommt der nächste Geniestreich der Netzbetreiber: der Leistungstarif.

Denn – Überraschung! – die Netze werden zunehmend stärker beansprucht. Durch schwankenden Wind- und Sonnenstrom, durch immer mehr Wärmepumpen und natürlich durch die ganzen E-Autos, die man so fleißig propagiert hat. Bisher hat man für die Nutzung des Netzes einfach eine fixe Pauschale kassiert. Künftig soll aber auch die maximal beanspruchte Leistung zählen.

Praktisch bedeutet das: Du kannst dein E-Auto brav über Nacht langsam aufladen – oder du lädst es in zwei Stunden schnell. Beides kostet derzeit gleich viel Strom. Künftig soll der Schnelllader aber deutlich tiefer in die Tasche greifen. „Damit die Kunden ihr Nutzungsverhalten aktiv steuern können“, heißt es offiziell. Übersetzt: „Ladet gefälligst langsam, wenn ihr nicht extra zahlen wollt.“

Man könnte fast meinen, die Politik und die Netzbetreiber hätten das alles vorher nicht bedacht. Man treibt die Menschen mit Verboten und Subventionen massenhaft in die E-Mobilität, baut aber die Netze nicht entsprechend aus – und wenn’s dann eng wird, erfindet man einfach einen neuen Tarif, mit dem man die „bösen“ Schnelllader extra zur Kasse bitten kann.

Die nächste logische Frage ist übrigens: Wann kommen die Wärmepumpen-Besitzer dran? Die saugen schließlich auch kräftig Leistung, besonders wenn’s im Winter richtig kalt wird. Wetten, dass da bald ein ähnlicher „Leistungsbeitrag“ aus dem Hut gezaubert wird?

Freunde, lasst euch nichts vormachen. Das ist keine durchdachte Energiewende. Das ist klassische Panik- und Planlos-Politik: Menschen mit Druck und Geld in eine Richtung schubsen, die Infrastruktur vernachlässigen und dann, wenn’s teuer wird, fröhlich die Bürger abkassieren.

So schaut keine Strategie aus. So schaut ein Systemfehler aus, der sich langsam, aber sicher selbst entlarvt – und uns die Rechnung dafür präsentiert.