Die EU hält wieder mal die Hand auf: Wer künftig günstige Waren aus China, den USA oder anderen Nicht-EU-Staaten bestellt, muss tiefer in die Tasche greifen. Mit 1. Juli wird für Pakete mit einem Warenwert unter 150 Euro eine neue Importabgabe von drei Euro eingeführt. Besonders kritisch: Die Gebühr fällt nicht pro Paket, sondern pro Warenkategorie an.

Das bedeutet: Wer bei einem Online-Händler wie Temu oder AliExpress beispielsweise ein Ladekabel, ein T-Shirt und ein Schmuckstück gemeinsam bestellt, zahlt nicht einmal drei Euro, sondern gleich neun Euro Importabgabe – obwohl alle Artikel in derselben Lieferung verschickt werden.

Vor allem Käufer günstiger Alltagsartikel sind betroffen. Gerade jene, die mit kleinen Bestellungen Geld sparen möchten, werden durch die neue Abgabe besonders belastet. Während bei hochpreisigen Produkten die zusätzlichen Kosten kaum ins Gewicht fallen, verteuern sich Billigartikel teilweise erheblich. Ein Produkt um wenige Euro kann durch die Importgebühr plötzlich ein Vielfaches kosten.

Die EU argumentiert, dass mit der Maßnahme der Verwaltungsaufwand bei der Zollabfertigung gedeckt und europäische Händler gegenüber Billigimporten aus Drittstaaten besser geschützt werden sollen.

Der Handelsverband begrüßt die neue EU-Regelung. Geschäftsführer Rainer Will spricht von einem „wichtigen Schritt zu mehr Fairplay und Kostenwahrheit im globalen Onlinehandel“. Europäische Händler müssten seit Jahren Zölle, Steuern sowie hohe Produkt- und Sicherheitsstandards erfüllen, während Anbieter aus Drittstaaten bisher von Sonderregelungen profitiert hätten. Die neue Importabgabe sei daher ein erster Schritt zu gleichen Wettbewerbsbedingungen. Gleichzeitig weist der Handelsverband darauf hin, dass Konsumenten bei Bestellungen mehrerer Warenkategorien künftig mehrfach belastet werden.