Scharfe Kritik übt die MFG an den Aussagen von Bundeskanzler Christian Stocker, der bei seiner Sommertour erklärte, Kinderbetreuung nicht als Arbeit zu sehen. Für MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner zeigten diese Aussagen, dass die ÖVP den Bezug zur Lebensrealität vieler Familien verloren habe.
„Wer Kinder großzieht, trägt rund um die Uhr Verantwortung. Kindererziehung ist eine der wichtigsten Leistungen für unsere Gesellschaft und verdient Anerkennung“, so Aigner. Er erinnert zudem an frühere Aussagen von Ex-Bundeskanzler Karl Nehammer zu armutsgefährdeten Familien und spricht von einer Serie familienferner Äußerungen.
Die MFG fordert mehr Wahlfreiheit in der Familienpolitik. Eltern sollten selbst entscheiden können, ob sie ihre Kinder früh in Betreuungseinrichtungen geben oder länger selbst betreuen. Beide Modelle müssten gleichwertig anerkannt und unterstützt werden.
„Wer Kinder großzieht, trägt Verantwortung an sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr. Kindererziehung ist keine Freizeitbeschäftigung und kein Hobby. Es ist eine der wichtigsten und härtesten Leistungen für unsere Gesellschaft. Wer das nicht anerkennt, hat schlicht den Bezug zum Alltag tausender Familien verloren – und gehört politisch in die Schranken gewiesen.“
MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner
Zur Untermauerung verweist MFG auf Daten der Statistik Austria für Oberösterreich. Demnach könnten rund 90 Prozent der Kindergartenkinder bis 16 Uhr betreut werden, tatsächlich werde dieses Angebot jedoch nur von rund 14 Prozent der Eltern genutzt. MFG-Klubobmann Manuel Krautgartner spricht sich zudem für kleinere Gruppen und bessere Betreuungsschlüssel in Kinderbetreuungseinrichtungen aus. Gleichzeitig fordert die Partei eine stärkere finanzielle Anerkennung von Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen.
„Stockers Aussage ist ein Schlag ins Gesicht all jener Mütter und Väter, die Tag und Nacht für ihre Kinder da sind. Wer von einem komfortablen Politikersessel aus behauptet, Kinderbetreuung sei keine Arbeit, hat jeden Bezug zum Alltag der Menschen verloren. Familien brauchen endlich Anerkennung und Entlastung – keine abgehobenen Belehrungen aus den Regierungsbüros.“
MFG-Klubobmann Manuel Krautgartner
Mit Blick auf die niedrige Geburtenrate von rund 1,3 Kindern je Frau in Österreich sieht die MFG zusätzlichen Handlungsbedarf. Familien müssten entlastet und in ihrer Entscheidung für Kinder besser unterstützt werden, anstatt ihre Betreuungsleistung abzuwerten.
Titelfoto: BKA/Schrötter



