Drei Menschen sind tot, mittlerweile 31 erkrankt – teilweise schwer. Noch immer ist nicht endgültig geklärt, wo sich die Betroffenen mit Legionellen infiziert haben. Eine der heißesten Spuren führt ausgerechnet zu einer Kühlanlage der LINZ AG. Aber warum wurde über einen der schwersten Gesundheitsvorfälle der vergangenen Jahre in Linz nicht von Beginn an offensiver und transparenter informiert? Auch die großen Medien schweigen unüberhörbar…

Die Fakten sind dramatisch: Seit Ende Juli häufen sich im Großraum Linz schwere Lungenentzündungen durch Legionellen. 31 Menschen sind inzwischen erkrankt, drei davon gestorben. Vier Betroffene befinden sich aktuell noch im Krankenhaus, einer muss intensivmedizinisch behandelt werden. Mehr als 190 Wasserproben wurden mittlerweile gezogen.

Besonders brisant: In einer Kühlanlage der LINZ AG an der Wiener Straße wurden Legionellen nachgewiesen. Die Erkrankungsdichte war laut Behörden im Umfeld dieses Standortes erhöht. Ein endgültiger genetischer Nachweis, dass diese Anlage tatsächlich eine Infektionsquelle war, steht allerdings weiterhin aus. Inzwischen wurden zudem Legionellen in weiteren Kühlanlagen nachgewiesen.Genau deshalb wäre maximale Transparenz gefragt.

Doch erst am 26. August, Wochen nach Beginn des Ausbruchs und nachdem bereits drei Menschen gestorben waren, richtete die LINZ AG eine eigene Info-Hotline ein und veröffentlichte ausführliche Fragen und Antworten auf ihrer Website. Die betroffene Anlage wurde am 24. August auf Trockenbetrieb umgestellt. Warum so spät?

Warum gab es nicht von Beginn an eine zentrale, täglich aktualisierte Informationsplattform mit allen bekannten Standorten, Untersuchungsergebnissen, Fallzahlen und konkreten Verhaltensempfehlungen? Bei drei Todesfällen und mehr als 30 Erkrankten geht es schließlich nicht um einen Imageschaden für ein Unternehmen, sondern um Menschenleben.

Auch die Medienlandschaft muss sich die Frage gefallen lassen, ob die Dimension des Ausbruchs überall jene Aufmerksamkeit bekommt, die drei Todesopfer rechtfertigen. Die LINZ AG ist ein bedeutendes städtisches Unternehmen und großer Werbekunde regionaler Medien. Ein Schelm, der denkt, dass die Berichterstattung deshalb bewusst zurückgehalten wird. Gerade deshalb wären maximale Offenheit und kritische journalistische Distanz besonders wichtig.

Drei Tote und 31 Erkrankte sind kein Randthema. Stadt, Gesundheitsbehörden und LINZ AG müssen jetzt sämtliche Fakten offen auf den Tisch legen. Bei einer Gesundheitskrise dieser Dimension kann es nur eine Kommunikationsstrategie geben: volle Transparenz.