Die NEOS wirken derzeit alles andere als geschlossen. Während Parteichefin Beate Meinl-Reisinger auf Bundesebene mit großen Ambitionen auftritt, kämpft die Partei gleichzeitig mit internen Spannungen und schwindender Geschlossenheit. Und ganz ehrlich: Mit dem Eintritten die Regierung wandelten dich die Pinken zum farblosen Mitläufer – nicht nur darum würde ein Aus dieser Partei niemanden wirklich wehtun.

Auch in Oberösterreich läuft es seit Jahren alles andere als rund. Bereits bei der Landtagswahl 2021 schafften die NEOS den Wiedereinzug nur hauchdünn und übersprangen die Vier-Prozent-Hürde mit Mühe. Aktuell deutet wenig darauf hin, dass sich die Situation verbessert hat – im Gegenteil: 2027 dürfte die Partei erneut um den Einzug in den Landtag kämpfen müssen.

Landesparteichef Felix Eypeltauer gelingt es bislang kaum, der Partei ein klares Profil zu verleihen oder als schlagkräftige Oppositionskraft Akzente zu setzen. Für viele Beobachter wirkt der liberale Landtagsklub blass und zahnlos.

Sollten die NEOS tatsächlich aus dem Landtag ausscheiden, würde die Zahl der Oppositionsparteien zwar weiter sinken. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage, wie groß der politische Verlust angesichts der bisherigen Präsenz der Partei überhaupt wäre. Wer in den vergangenen Jahren nur wenige erkennbare Akzente gesetzt hat, würde vielen wohl kaum fehlen.