13.248 Studienwerber kämpfen heuer um nur 1.950 Medizin-Studienplätze in Österreich. Während der Ärztemangel seit Jahren beklagt wird, wächst die Zahl der Ausbildungsplätze lediglich im Schneckentempo – auch in Linz.

Der Andrang auf das Medizinstudium in Österreich ist so groß wie lange nicht mehr. Insgesamt 13.248 Bewerber stellten sich heuer dem Aufnahmetest und kämpften um lediglich 1.950 Studienplätze an den Medizinischen Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck sowie an der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz. Gegenüber dem Vorjahr wurden österreichweit gerade einmal 50 zusätzliche Studienplätze geschaffen – ein Plus von nur rund 2,6 Prozent. Angesichts des akuten Ärztemangels ein äußerst bescheidener Ausbau.

Für den Linzer Studienstandort traten in der Messe Wels 1.724 Kandidaten an. Ihnen stehen lediglich 330 Studienplätze gegenüber.

Besonders deutlich wird das Missverhältnis in Oberösterreich. Für den Linzer Studienstandort traten in der Messe Wels 1.724 Kandidaten an. Ihnen stehen lediglich 330 Studienplätze gegenüber. Das bedeutet: Rund fünf von sechs Bewerbern müssen ihren Traum vom Medizinstudium begraben – obwohl Spitäler und Ordinationen händeringend nach Ärzten suchen.

Seit Jahren warnen Bundesländer, Krankenhausträger und Ärztekammer vor einer Pensionierungswelle und einem zunehmenden Mangel an Hausärzten sowie Spitalsärzten. Gleichzeitig steigt durch die alternde Bevölkerung der Bedarf an medizinischer Versorgung kontinuierlich. Dennoch bleibt der Ausbau der Ausbildungskapazitäten überschaubar.

Dabei mangelt es offensichtlich nicht am Interesse junger Menschen. Im Gegenteil: Die Zahl der Testteilnehmer stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 1.000 Personen. Besonders gefragt ist zuletzt auch das Zahnmedizinstudium. Trotzdem bleibt der Zugang zum Medizinstudium einer kleinen Gruppe vorbehalten.

Zwar wurden mittlerweile sogenannte „gewidmete Studienplätze“ eingeführt, bei denen sich Studierende verpflichten, später im öffentlichen Gesundheitssystem tätig zu sein. Doch auch hier fällt der Ausbau bescheiden aus: Statt bisher 85 stehen heuer lediglich 87 dieser Plätze zur Verfügung – also gerade einmal zwei mehr als im Vorjahr.

Wenn man den Ärztemangel tatsächlich nachhaltig bekämpfen will, wird daher um einen deutlich stärkeren Ausbau der Ausbildungskapazitäten nicht herumkommen. Solange tausende geeignete Bewerber an den Universitäten abgewiesen werden, bleibt der Ruf nach mehr Ärzten scheinheilig und nicht aufrichtig.

Titelfoto: KUK